Fakten-Fasten

Es ist schwierig, die Wahrheit anzuerkennen. Das Kreuz in meinem Zimmer erinnert mich daran: Wer die Wahrheit ausspricht, wird zum Schweigen gebracht.

Beginnen wir mit dem Arzt. Er zeigt Ihnen, was Sie ändern sollten: Essen, Bewegung, Schlaf. Doch Sie bringen sofort Ihre Einwände vor, warum das alles nicht möglich ist. Zuhause vergessen Sie seine Ratschläge geflissentlich. Und erzählen auch keinem davon.

Dann kommen die Arbeitskollegen ins Spiel: Sie decken auf, was Sie falsch gemacht haben. Doch anstatt ihnen zu danken, sind Sie beleidigt. Und beschimpfen sie innerlich. Wenn nicht gar auch laut.

Und zu guter Letzt: die Fachmeinung der Wissenschaftler. Der Vortrag der Klimaexpertin. Der Zeitungsartikel des Wirtschaftsjournalisten. Sie hören zu, lesen – und spüren den inneren Kampf, Ihre eigene Meinung ändern zu müssen, die Versuchung, diese Expertenmeinung lieber zum Schweigen zu bringen.

Der Grund, warum Sie sich nicht ändern wollen, warum Sie Fakten geringschätzen und an Ihrem oft falschen Handeln und Denken festhalten, liegt darin: Sie müssten sich vor anderen rechtfertigen, wenn Sie sich ändern. Ihr Verhältnis zu ihnen würde sich verändern. Sie könnten Freunde verlieren. Sie müssten erkennen, dass diese Freunde nur Gesinnungsgenossen waren. Ansonsten aber ungenießbar sind.

Fakten-Fasten. Die Fastenzeit als Faktenzeit: Lassen Sie sich von Menschen bekehren, die der Wahrheit (wahrscheinlich) näher sind als Sie – allein schon, weil sie mehr Expertise haben.

Ich wünsche Ihnen spannende Entdeckungen.

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