Das Feuer weist den Weg

Recht hat er, der Willhelm Busch. Er dichtet: Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge. Zwar glaubt, wer des Rätsels Lösung gefunden hat, nun im Frieden zu sein. Doch macht sich bald eine neue Unruhe breit. Und treibt mit neuen Fragen die Suche nach dem Mehr voran.

Dies sollten sich alle vor Augen führen, die sich am Ziel ihrer Wünsche wähnen. Wirkliche Ruhe will sich nicht einstellen. Denn da könnte noch dies, und es könnte noch das gemacht werden, geschehen oder unterbleiben.

Am Fest des heiligen Antonius von Padua wurde mir das wieder klar: Es gilt, ein Feuer zu hüten, dass uns aufbrechen lässt aus dem Gewohnten. Es brennt in uns nicht, damit wir dableiben können, wo wir meinen, endlich angekommen zu sein. Aber es macht auch aufmerksam für die Umgebung, öffnet die Augen für neue Möglichkeiten und stiftet an, weiteres zu wagen.

Wer also sucht, was er verloren hat, ist bei Antonius, so sagt die Legende (und ich persönlich habe es schon erlebt), gut aufgehoben. Aber das Finden, dass er lehrt, führt nicht die alten Geleise. Schon, dass ich verloren habe, zeigt, wie fragil die Sicherheit war, in der ich mich wähnte.

Finden macht wachsamer. Nicht nur für das, was ich habe. Mehr noch für das, was ich fast vergessen hätte: Warum ich es habe. Es macht wachsam, damit ich im Finden spüre: Ich muss neu suchen. Anderes. Weiteres. Größeres.

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