Das Portal zum Menschen Bruder Paulus
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Neue Orden

Br. Paulus sieht langsam auch in Deutschland wieder eine Zeit kommen, in der sich neue Ordensgemeinschaften bilden werden. Es braucht immer wieder neue Aufbrüche, in denen Menschen zueinander finden, die eine neue Aufgabe angehen möchten oder in einer bestimmten Weise leben und beten wollen. Die sogenannten Evangelischen Räte, ein Leben ohne Eigentum in keuscher Ehelosigkeit und in Gehorsam muss angesichts veränderter Zeiten auch veränderte Formen des Ordenslebens hervorbringen. Vielleicht werden Männer und Frauen wieder gemeinsam in einem Haus oder in einem Areal leben. Es werden Gemeinschaften gegründet, die in einigen kleinen Gruppen in einem bestimmten Gebiet leben und doch ein oder zwei Tage in der Woche auch gemeinsam das Leben teilen. Es wird teilkontemplative Gemeinschaften geben, die in der Winterzeit ein kontemplatives Leben führen und das Frühjahr und den Sommer über als ambulante Kontemplationsschulen anbieten, z.B. wochenweise in kleinen Gemeinden, über eine Zeit von zehn Jahren.

Wie es Orden etwa für die Jugend und für das Apostolat gibt, wird ein Ordo Communicatio entstehen, in denen Männer und Frauen in einer doppelten Via Mixta leben:  Gemischt dem Geschlecht nach, getrennt und eigenständig und doch in einem Orden, voller Freude an der Erfüllung der Liebe allein durch Christus, bereit, die brennende Sehnsucht nach einer barrierefreien Kommunikation mit Ihm lebendig zu feiern und untereinander damit zu beginnen. Ohne Eigentum wie der Herr Jesus selber, der im privaten Reichtum und im Reichtum von Institutionen ein Hindernis sah zu einer umfassenden Kommunikation. Gehorsam wie Jesus selber, dessen Kommunikation mit den Menschen daraus lebte, dass er zuerst im Schweigen hören und sehen lernte und dort bereit wurde, sich täglich neu mit den Menschen zu kommunizieren, besonders mit denen, die verstummt sind und vielschichtig exkommuniziert sind.  Ein solcher Orden pflegt nicht den Garten, sondern ein Fernsehprogramm, betreut keine Kapelle, sondern einen Web 2.0 – Gottesdienstraum, hat keine Armenstube, sondern Internet-Cafés der Hoffnung. Film, Internet oder Fernsehprogramm werden schon von den Novizinnen und Novizen benutzt, um ihre Erfahrungen von dort in die Meditation, den Gottesdienst und das geschwisterliche Gespräch einzubringen – und aus diesen Kraftquellen wieder mit den Menschen zu kommunizieren.

Die neuen Orden werden sich bilden, weil die alten Hüllen, die immer mehr leer zurückgelassen werden müssen, nicht mehr den richtigen Rahmen abgeben, in denen die inneren Bilder des Glaubens, die das Evangelium schenkt, in zeitgemäßer Form zum Ausdruck gebracht sind.

Nach alter Kapuzinertradition meint Br. Paulus: „Das Sterben gehört zum Leben. Niemand stirbt allein, sondern hin zur Auferstehung.“

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*  29.07.2010 12:43 - Ein Lebenskreuz
*  29.07.2010 12:29 - Ein Lebenskreuz
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