Das Portal zum Menschen Bruder Paulus
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Antwort von Br. Paulus

Lieber Frieder,

wenn ein Tor aufgestoßen wurde, lässt es sich nur schwer noch schließen. Deshalb lehrt die Kirche die Keuschheit, und sie rät Jugendlichen, sich dieses Gut zu bewahren. Bei dem, was jungen Menschen heute zugemutet wird, ahnt kaum einer, was für ein Leid über sie kommt.

So, wie Sie es erleiden. Ihre Aufgabe ist es, die Trugbilder mit der Realität zu erden. Es sind MENSCHEN, die sich da haben fotografieren lassen. Sie mit göttlicher Liebe anzuschauen verleidet Ihnen jeden billigen Lustgewinn, weil Sie erfassen: Ich darf sie nicht so ausbeuten. Wir sind Geschöpfe Gottes, und wir ahnen, dass da Grenzen überschritten werden, die wir nicht überschreiten dürfen, wollen wir uns denn noch mit Recht Menschen nennen.

Hinzu kommt: Ihre zukünftige Frau ist ja die ganzen Jahre schon bei Ihnen gewesen, sie schaut Ihnen zu ...  Wie? Nun, sie möchten ja, dass Sie sich und eine Frau sich Ihnen ganz schenkt, und das beinhaltet die ganze Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie wird Sie also heiraten müssen mit Ihrer ganzen Untreue und Unkeuschheit, die Sie sich erlaubt haben, als Sie noch nicht ahnten, dass dies ja ein schwerer Eingriff in Ihre Fähigkeit und Sehnsucht ist, personal, das heißt, ganz, wirklich und in Treue zu lieben.

Mit der Selbstbefriedigung ist es ähnlich: Immer, wenn sie den Blick von Menschen abwenden, und auch von Gott, also nur noch sich sehen, wird dieser Drang über Sie Macht gewinnen. Sie sollten sich eine Lebensordnung geben, in der Sport, Hobby, Gesang und Kunst eine Rolle spielen. Und auch Gebet.  Es geht doch darum, eine integre Persönlichkeit zu sein, die sich und anderen geradeaus in die Augen schauen kann. Gönnen Sie es sich, ein Mann von Format zu werden.

Es geht nicht um Entzug, sondern um eine Entscheidung: Will ich mich für Dich vorbereiten – für Dich, meine zukünftige Frau. Für Dich, meinen Gott. Mannsein meint ja, Für-Sorge zu übernehmen für die Welt … und das ist ein Beziehungsgeschehen, ein Aufmerksamkeitsgeschehen, das sie minütlich fordert. (Und wenn Sie dann eine Frau haben, werden Sie, wenn Sie nicht entschieden sind, ein in gleicher Lust getriebener bleiben – dies nur nebenbei.)
 
Ich wünsche Ihnen einen männliche Entschiedenheit und Freude an Ihrem Weg, eine Lebensform auszuprobieren, in der Sie sich nicht gehen lassen, sondern selber gehen.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Br. Paulus


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