Kinder gehen lassen können
Julia* ist zweiundzwanzig. Sie will am neuen Ausbildungsort mir ihrem Freund zusammenziehen. Ihre katholischen Eltern argumentieren dagegen.
Für junge Leute ist das Zusammenziehen vor der Heirat die normalste Sache der Welt. Oft sehen sie es pragmatisch. Es ist billiger. Und in der Fremde hat man auf jeden Fall schon mal sich. Nach meiner Erfahrung verbinden nicht wenige mit dieser Entscheidung auch den Wunsch, später, wann immer das sein mag, auch zu heiraten.
Sie übersehen dabei freilich gern, dass sie sich unausgesprochen gegenseitig verbieten, sich bis dahin nach einem Menschen umzusehen, der sie j e t z t heiraten würde.
Den Eltern rate ich: Lassen Sie Ihre Tochter ihr Leben gestalten, wie sie es möchte. Mit klaren Worten die eigene Position klarlegen – und aussprechen, dass die Tochter auch weiterhin Tochter bleibt. Es wird ja (hoffentlich) nicht das erste Mal sein, dass sie etwas gegen den Willen der Eltern tut.
Wichtig für die Eltern auch: die Sorge um das Kind loslassen, dass schon lange keines mehr ist. Sich gegenseitig in die Augen sehen, die gegenseitige Liebe neu entdecken – auch in der Trauer, dass die Tochter nun endgültig Vater und Mutter verlässt – auch, was bestimmte Wertvorstellungen angeht.
Solche klaren Trennungen sind die beste Voraussetzung dafür, dass daraus eine gereifte, neue Beziehung wird zwischen Eltern und ihren „Kindern.“
Ihr
Bruder Paulus
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17. Juli 2010 SAT 1 So gesehen Autobahnkirche
VORTRAG / DISKUSSION / BEGEGNUNG
18. Juli 2010 12 Uhr bis 16 Uhr Dekanatstag in Bad Mergentheim>
PREDIGT
25. Juli 2010 09.30, 11.00, 17.00 Uhr Kapuzinerkloster Käppele
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