Die Liebe hat zwei Geschwister: Die Wahrheit und die Gerechtigkeit. Wer sich in der Kirche jetzt auf die Barmherzigkeit beruft, was den scheinbar unbarmherzigen Ausschluss von wiederverheirateten von den Sakramenten angeht, muss gerechter Weise auch Barmherzigkeit wollen für den Partner und die Partnerin, die mit anschaut, wie sich der Ehemann, die Ehefrau neu „verehelicht“.
Da kann es dann schon sein, dass die Kirche als rücksichtslos gesehen wird. Ich denke an eine Ehefrau, die mit ihrem Kind verlassen wurde und die nun in der Nachbargemeinde den Ehemann, verhehelicht in „zweiter Ehe“ bei einem „barmherzigen“ Pfarrer ihn als Pfarrgemeinderatsvorsitzenden und Kommunionhelfer agieren sieht.
Der Bund der Ehe als äußerlich sichtbares Sakrament hat in der äußerlich sichtbaren Kirche Jesu Christi eine Heiligkeit, die zu einem tiefgründenden Nachdenken führen muss, was nach dem Brechen des Willens zur Treue bei einem oder beiden Partnern zu geschehen hat, vor allem dann, wenn versucht wird, erneut einen „für immer“ Willen zu erklären.
Ihr
Bruder Paulus