Die Kälte dieser Tage rückt das Schicksal jener Mitmenschen in den Blick, die auf der Straße leben. In Deutschland ist im Gefolge der katholischen Soziallehre jedem Mitbürger eine Unterkunft angeboten. Zu viele sehen sich jedoch nicht in der Lage, diese ausgestreckte Hand zu ergreifen.
Ich denke dabei an R., der alles Vertrauen zu den Menschen verloren hat. Auch zu den Schicksalsgenossen. Davon wusste ich nichts. Ich hatte nur Gelegenheit, ihm und drei weiteren Männern von der Straße eine leerstehende, warme Wohnung anzubieten, wo sie nun mit ihren Schlafsäcken unterkommen. Weil sie mir vertrauten, ließen sie sich auf dieses Angebot ein.
R. überraschte mich mit dem Wort: Ich weiß, warum du das machst; du willst sehen, ob wir es als Wohngemeinschaft miteinander aushalten.
Da blitzte Hoffnung auf. In seinen Augen erkannte ich: Das ist es, wonach er sich sehnt – einen Lebensraum des Vertrauens. Solche Lebensgemeinschaften zu begründen, Menschen darin wieder Vertrauen versuchen zu lassen ist Folge meines Glaubens, dass ich unter dem liebevollen Blick Gottes seelisch beherbergt bin.
Ich grüße heute einmal besonders alle, die ähnlich und nach ihren Möglichkeiten caritativ, diakonisch in diesen Tagen besonders herausgefordert sind. Und ihre Gäste.
Ihr
Bruder Paulus