Letztens war ich in Basel. An einem Schalter wollte ich Geld wechseln, damit ich mir eine Fahrtkarte für die Straßenbahn kaufen konnte. Der Angestellte verwies mich auf einen Bahnschalter: „Dort kostet es keine Gebühren."
Mich hat das erstaunt. Als ich diese Begebenheit in einem Vortrag einfließen ließ über Werte, wurde damit sofort klar: Es darf in der Wirtschaft nicht nur auf den schnellen Gewinn ankommen. Nachhaltig ist der erfolgreicher, der angemessen verkauft. Oder eben auch einmal nicht nur den Zahlen dient.
Nach dem Vortrag sprachen mich junge Bankangestellte an: Die Geschichte habe ich doch sicher erfunden. Nein, entgegnete ich ihnen erstaunt. Was nun wiederum sie erstaunte: Nie hätten sie gedacht, dass es einen solchen Angestellten in Wirklichkeit geben könnte.
Als ich davon einigen Zuhörern erzählte, die ich an der Straßenbahnhaltestelle traf, gaben sie zu: Auch sie hätten sich über mein Beispiel unterhalten und gefunden, das sei gut von mir ausgedacht gewesen. So konnte ich also auch sie zum Staunen bringen.
Etwas unheimlich war mir aber schon: Ist die Welt wirklich so, dass alle nur noch denken, der andere wolle den letzten Gewinn für sich herausschlagen, und sei es die Gebühr für einen Geldwechsel von 10 Euro in Franken?
Nachdenklich grüße ich Sie.
Ihr
Bruder Paulus