Wege zum Gebet finden: Beten ist Freiheitskultur
Die einen sind stark unter sich. Innen ist es schön warm. Außen ist es kalt. Da schlagen sie sich tapfer für die Antworten der Kirche. Oder werden dafür geschlagen. Man wird leicht zum Märtyrer. Oder zum Verehrer von solchen. So geht Kulturkampf-katholisch.
Die anderen sind stark unter anderen. Sie fühlen sich wohl, wo es nicht nach Kirche schmeckt. Dort sind sie der Glut des Geistes auf der Spur. Sie kämpfen mit den Fragen der Menschheit. Da ist nicht gleich alles klar: Da wird man leicht zum Komplizen der Wirklichkeit. Oder Bruder, Schwester der Mitmenschen. So geht Sauerteig-katholisch.
Dazwischen steht Christus. Er ist eindeutig parteiisch – als Mitte der Kirche - ohne Ihn ist sie undenkbar – bevorzugt er den Rand. Sein Glanz leuchtet eine Stunde in der Eucharistiefeier am Sonntag auf – dieser Struktur dürfen Papst, Bischöfe und Priester gerne dienen. Sein Weg aber verläuft die restlichen 143 Stunden der Woche mitten durch die Welt. Durch den Sauerteig-Dienst der Laien.
Mich stört, dass sich Medien und katholische Kulturkampf-Kreise auf das konzentrieren, was Papst und Bischöfe sagen. Katholisch ist doch auch Marianne, die im Pflegeheim Nachtschicht macht. Oder Sven, der als Lehrer jungen Menschen eine Chance gibt.
Verantwortliche der Kirche gehen und kommen. Strukturen wandeln sich. Ich bleibe Sauerteig-katholisch. Und vertraue auf die Führung Jesu Christi im Heiligen Geist. Er bewirkt in den 143 Stunden Christenalltag das Wesentliche: Die Welt mit Gottes Reich zu durchsäuern.
Ihr