Johannes Paul II.: Medien-Seliger
Überraschend schnell wird der Große Papst, wie Johannes Paul II. schon vor seinem Tod genannt wurde, am 1. Mai von Benedikt XVI. in Rom seliggesprochen.
Sein „Öffnet die Türen weit dem Erlöser“ auf der Loggia des Peters-Domes zum Amtsantritt 1978 wurde zum geflügelten Wort. Damals dachte noch niemand daran, dass diesem Wort schneller als erwartet der Schnitt durch den Stacheldraht in Ungarn folgen sollte.
„Mein“ Seliger ist dieser Papst, weil er die Kirche für die Medien öffnete. Er wusste, welche Bilder die Menschen brauchen, um die Botschaft der Kirche zu entziffern. Ich werde sein spitzbübisches Lächeln nicht vergessen, als er die Website des Vatikan online stellte mit einem Mausklick.
Mit seinem verfolgungserpobten Glauben war er stets ein Fremder im Rokkoko-Rahmen der zur Architektur gewordenen Ästhetik des 17. Jahrhunderts. Er ließ sich lieber von den La-Ola-Wellen der von ihm initiierten Weltjugendtage tragen. Die Medien dankten es ihm.
Möge seine Seligsprechung der Kirche jenen Glauben schenken, der sie hoffnungsvoll alte Ufer aufgeben lässt. Sie soll „weit hinausfahren“ (Motto, dass JP II. der Kirche über ihr 3. Jahrtausend schrieb). An den Endgeräten von heute wollen die Menschen die Botschaft von Gottes Zukunft verstehbar aufnehmen können.
Die Kirche sollte furchtlos breite Medien-Türen zur Gesellschaft öffnen. Ein deutschlandweiter Radiosender, ein katholischer Fernsehsender: Seliger Johannes Paul II. , so werde ich bald beten dürfen, bitte für uns.
Ihr
Bruder Paulus