Am Freitag in der Woche nach Fronleichnam feiern wir Katholiken das Herz-Jesu-Fest . Es rückt das durchstochene Herz Jesu in den Mittelpunkt: Ein Soldat stieß dem toten Gottessohn die Lanze in die Seite, und heraus flossen Blut und Wasser (Joh 19,34): Der Lebenssaft der Schöpfung und der Lebenssaft des Menschen. Schöpfung und Mensch kamen im Tod Jesu zu ihrem tiefsten Endpunkt: Gott teilt ihren Tod.
Dass der Leichnam des Gottessohnes im Tod etwas hergibt, bringt die Gläubigen zum Staunen. Sie sehen darin ein wichtiges Hinweiszeichen: Der Tod von Schöpfer und Geschöpf am Kreuz bleibt nicht der Tod, sondern wird zum Leben. In der Auferstehung Jesu erhalten Schöpfung und Mensch einen neuen Schub: Dem Tod entspringt das Leben, dem Schmerz das Heil.
Und noch ein Detail betrachte ich: Es gibt keine Herzensangelegenheit, ohne das über kurz oder lang auch der Schmerz sich einstellt darüber, wie wenig wir nur vermögen, was wir von Herzen wollen: Lieben, verzeihen, neu beginnen. Der Blick auf Jesu Herz tröstet mich: Diesen Schmerz über den Menschen hat Jesus erlitten. Darin ist er auferstanden. Daraus bringt er auch mich wieder zum Fließen, wenn sich grad mal wieder alles in mir verstocken will.
Ihr
Bruder Paulus