Franziskus hat Gott erfahren als Dreifaltigen. Ohne Vater will der Sohn nicht sein. Ohne den Heiligen Geist wollen beide nicht wirken. Ohne Vater und Sohn will der Heilige Geist nicht wirken. Ohne die Welt und den Menschen darin will der Dreifaltige nicht mehr Gott sein, seit er selber Fleisch wurde.
Seine Inspiration hatte ihn einfach und radikal bekehrt: Fortan wollte er nur noch abhängig von Gott und den Menschen leben. Mich begeistert das bis heute: Ein Lebenskonzept, das immer Gott und die Menschen mit einbezieht.
Daraus folgt, was ein dringlicher Text unseres Ordens über Armut und Mindersein festhält (1998): „Franziskus war der Auffassung, dass Habgier und Geiz die Beziehung des Menschen zu Gott zerstören und dass Ehrgeiz und Konkurrenzdenken den Sinn für die Geschwisterlichkeit unter den Menschen zunichtemachen. Er wollte das evangelische Ideal der Liebe und der Brüderlichkeit in seiner ganzen Fülle leben.“
Ich freue mich, am 13. Oktober die Laudatio auf die Kleine Zukunftsfibel halten zu dürfen. Darin wird ein Szenario entworfen, das alle einlädt, zerstörerische Strukturen aufzubrechen, Politikmüdigkeit zu überwinden.
Die Proteste um Stutgart 21 müssen die Bürger in die Mühlen der Parteien bewegen. Mein Nachhaltigkeitsbild dafür: Christus, der Keltertreter von Peter Litzenburger.
Wären doch viel mehr bereit, sich in die Tretmühlen von Mehrheiten, Wahlvorgängen, Politik und Meinungsbildung vom Ortsverein bis zur Bundespolitik einzubringen. Aanalog auch in der Kirche. Sie würden dabei Gott erfahren: Er will nicht ohne den anderen Gott sein – bis an Kreuz. Lasst uns nicht ohne die anderen Mensch sein wollen. Passioniert. Leidenschaftlich. Bereit, Auferstehung und Neubeginn auch durch die alltäglichen Mühen des Miteinanders in Parteien und Kirchen zu schaffen.