Das Portal zum Menschen Bruder Paulus
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Fast-Food / Fast-Death

Manche reden davon, als sei es eine Geschmacksfrage: Man wolle lieber suizidal aus dem Leben scheiden, als palliativ behandelt zu werden bis zum natürlichen Tod. Davon zu reden ist der Scham entzogen. Im Gegenteil: Wer so spricht, heischt in nicht wenigen Fällen nach Anerkennung.

Die kann ich nicht geben. Für mich sind solche Wünsche eine Bankrotterklärung: Da hält man wohl die Liebe seiner Mitmenschen für nicht so belastbar. Und bürdet ihr die Last einer Trauer auf, die am Ende doch nur Wut werden kann: Auf den, der sich nicht mit sich selber in die Liebe hineinbelasten wollte: Die Angehörigen sind es eben nicht wert, dass sie einen lieben dürfen bis zuletzt.

Dass manche Menschen Gründe für einen solchen Pessimismus ihrer Umwelt gegenüber haben, kann ich mir vorstellen. Dennoch finde ich es ungeheuerlich, sich selber aus dem Staub machen zu wollen.

Wer sich das wünscht oder sich jetzt vorstellt, sich das einmal wünschen zu können, übersieht etwas Wichtiges. Neben der ärztlichen Kunst und der Ohnmacht der ärztlichen Kunst bis hin zu ihrem Scheitern gibt es auch eine Kraft der Bewährung der Seele in der Not, gar ein Wachstum und ein Verklären, dass sich menschlicher Behandlung und Steuerung entzieht.

Freilich: Das will eingeübt sein. Unser Fast-Food-Lebensstil mag dem Fast-Death-Wunsch entsprechen. Leben aber ist mehr.

Ihr
Bruder Paulus


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Nachhören: 15.1.17, 11.30 Uhr Predigt Liebfrauenkirche Frankfurt

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