… du bist so reich und rein und weit
wie ein erwachender Garten.
Meine heilige Einsamkeit du -
halte die goldenen Türen zu,
vor denen die Wünsche warten.
Bei meinem Besuch in der Internetsucht-Ambulanz in Mainz musste ich an dieses Gedicht von Rainer M. Rilke denken.
Ob es hinter den Link-Türen besser ist, schöner, größer, einfacher? Der Kopf weiß: Einsamkeit und Gemeinschaft, Feier und Trauer ist das Los des Menschen.
Wer diesem Rhythmus entfliehen will durch goldene Türen und immer neue Klicks, gerät ins Strudeln. Die Beziehungen werden plötzlich nicht mehr richtig gelebt, Termine abgesagt und Arbeiten liegen gelassen.
Mein Wunsch für mich und für Sie: Einen guten Rhythmus von Gebet und Arbeit, von Freizeit und Arbeitszeit, von Gespräch mit dem Nachbarn und dem Chat im Internet. Vermeiden Sie Einseitigkeit. Bleiben Sie flexibel bei allem, was Sie tun.
Ihr
Bruder Paulus