Heute probt Gott den Einstand ins menschliche Blut. Er durchbricht die Schranken von Raum und Zeit. Wo immer ein menschliches Herz je pochte, pocht oder pochen wird: Der Ewige wohnt im Zelt zerbrechlicher Liebe.
Der Anfang kennt schon das Ende: Das Herz wird durchstochen werden. Verborgen in Mariens Schoß schlug es zum ersten Mal, heute ahnen wir, wie es das todessatte Sündenblut der Menschheit durch den göttlichen Körper pumpt. Er könnte sonst nicht irdisch leben.
Gott springt in den Fluss der Geschichte. Sein Wort mischt sich in die Blutspur der Geschichte. Es wird wieder herausspringen – an Ostern, und sich nicht mehr entkleiden von unserem Wesen, sondern zieht uns mit hinein in Sein Licht.
Dass Auferstehung stärker ist als der Tod, und die Liebe im Dienst von Wahrheit und Gerechtigkeit mächtiger ist als alle vergänglichen Gefühle: Das glaube ich, weil ich Gott traue, der sich uns in der Krippe anvertraut und in der Auferstehung seines Sohnes.
Die Krippe schwitzt Blut, wenn ihre Betrachter nicht weitersehen: Im Kindlichen stecken bleiben, regressiv alles so hinbiegen wollen, wie sie es sich wünschen: Lauter kleine Terroristen der Liebe, die es gut meinen und sich doch nicht ansprechen lassen wollen von der Notwendigkeit, im Sterben und Auferstehen zu leben.
Erwachsene Weihnachten wünsche ich: Die Erfahrung, in Ihrer Nacht sich wider allen Anscheins Gott geweiht zu wissen, zu glauben ...
Ihr
Bruder Paulus