Soviel Papst auf der britischen Insel! Lassen Sie sich nicht beirren von den Bildern in der Manier von Royal TV: Die Katholische Kirche ist nicht zentralistisch. Sie ist das Abbild des Dreifaltigen Gottes, in dem es vom Vater zum Sohn im Heiligen Geist kein Oben und Unten gibt. Die katholische Kirche existiert in der Kraft des Heiligen Geistes; sie ist nicht hierarchisch, sondern spiritu-archisch – gäbe es das Wort. Der Papst ist Diener der Diener Gottes. Ich nehme das sehr ernst.
Aus diesem Grund müssen auch die Medien der Kirche dem trinitarischen Wesen der Kirche entsprechen: Geistlich orientiert. Dezentral. Respektvoll. Diese Worte bedeuten, was die Katholische Soziallehre an gutem Maßstab für die Organisation menschlichen Gemeinwesens entwickelt hat. Ich nenne ihre Prinzipien und deute sie für die katholische Medienarbeit:
Personalität: Alle katholischen Medienkonzepte müssen von den Charismen ausgehen, die Gott gibt. Nicht Menschen haben Papiere zu exekutieren, sondern Papiere haben die Wirklichkeit wiederzugeben, die Gott selber geschaffen hat.
Subsidiarität: Katholische Medienkonzepte müssen die Stärke der Lokalkirche in der Gemeinde, im Dekanat, in der Region und im Bistum zum Leuchten bringen. Nichts ist schädlicher als ein Chefredeakteur eines Medienkonzerns Katholische Kirche. Auch wenn es gut preußisch ist: Katholisch ist ein Medienpapst in einem Medienhaus sicher nicht.
Solidarität: Katholische Medienkonzepte dürfen weder von der Angst um Pfründe noch von der Angst um die Zukunft diktiert werden. Die geistliche Brüderlichkeit gebietet es, die gesammelten Geldmittel so zu verwenden, dass sie gerecht aufgeteilt jenen zu Gute kommen, die schon Medien machen. Und nicht verwendet werden, schon Vorhandenes zu ignorieren und so zu tun, als müsse es noch geschaffen werden.
Ihr
Bruder Paulus