Ein Beitrag, in dem es ums JEIN geht
Die Debatte um den sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen erschüttert die Kirche, heißt es. Vom scheinbar festen Ufer aus diskutieren die Friedmanns, Lanz und Wills der deutschen Gesellschaft über die Kirche wie eine Fremde.
Mir wird ganz schwindelig, was dafür alles herhalten muss: Kirchliche Strukturen, der Zölibat, Homoangst und mehr. Die Aufdeckungen über Vorfälle an der Odenwald-Schule und im Raum der evangelischen Kirche verunsichert die Diskutanten. Nun warte ich noch darauf, dass angesichts der überwiegenden Zahl von Missbrauchsfällen in Familien auch noch das Eheversprechen als Ursache benannt wird oder gleich die Elternschaft, Onkelschaft und Großelternschaft.
Der Boden, von dem aus auf die Kirche, auf Internate usw. gezeigt ist, wird für erstaunlich sicher gehalten. Die Wahrheit jedoch ist: Der größte Teil der Missbraucher waren und sind Deutsche wie Leutheusser-Schnarrenberger und ich. In Deutschland. Und sind Türken. In der Türkei. Sind US-Amerikaner. In Amerika. Usw. Allgemeiner also: Sie sind Mitmenschen.
Das Erschrecken, das uns ins Mark fährt angesichts des Mutes der Opfer: So haben Mitbürgerinnen und Mitbürger an Schutzbefohlenen gehandelt. Wer diskutiert, steht selber auf schwankendem Boden. Zu streiten wäre über die Frage: Wie konnten und können Deutsche?, ach was: Mitmenschen! so etwas tun? Und was kann jeder in seinen Kreisen dazu beitragen, dass sich in der Kirche? – ach was: in Deutschland und der Welt der Menschen überhaupt niemand mehr an Kinder und Jugendliche vergeht.
Ihr

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