Das Portal zum Menschen Bruder Paulus
« Juli - 2016 »
SMDMDFS
 01
02
03
04
0506
07
08
09
10
11
12
1314
15
16
17
181920
21
22
23
24
2526
27
2930
31
 
Sie befinden sich hier: Startseite

Die Gewalt der Gelangweilten


Die Bluttat an einem alten Priester, der mit vier älteren Menschen Eucharistie feierte: Ein Sakrileg, wie es schlimmer nicht sein kann für einen katholischen Christen.

Die Mörder stürmen mitten hinein in die Feier der Gegenwart Jesu Christi. Sie vergreifen sich an der friedlichen Versammlung dieser alten Menschen. Und irre wie sie sind, fühlen sie sich groß, weil sie etwas antasten, was als Unantastbar gilt für viele: Nicht mehr nur das Leben von Menschen. Nun auch das Heilige.

Sie vergreifen sich am Allerheiligsten, wie Katholiken sagen. Öffentlich beweisen sie, was dem Gläubigen heute klar ist: Wer das Heilige nicht respektiert, der respektiert auch keinen Menschen. (Wie lange haben christliche Gläubige gebraucht, das zu lernen … viel zu lange.)

Was macht so respektlos? Wozu wir selber beitragen: Dass Grenzen der Ethik und des Anstandes mutwillig zu überschreiten als Kavaliersdelikt gilt. Wir sprechen von Freiheit, obwohl wir in den meisten Fällen wissen, was gut und böse, richtig und falsch ist.

Beispiele gefällig? Pornografische Darstellungen in aller Öffentlichkeit wie letztens auf Plakaten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, gewaltexzessive Filme, enthemmende Tötungsspiele auf dem PC, Karrikaturen über Mohamed, den Papst und Jesus, eine Berichterstattung, die möglichst noch die Toten zeigt, und Namen und Gesichter von Tätern und Opfer: Das sind das echte Mitgefühl  beschränkende Techniken.

Wer solches Gebaren für den Ausdruck von Freiheit gehalten hat, der wache auf.

Was wir in diesen Tagen einmal mehr erleiden, sind primitive Typen, die in ihrer grenzenlosen Langeweile eine Erfahrung von Grandiosität machen wollen. In ihrer kleinen Miniwelt pumpen sie sich monströs auf. Um sich dann den letzten Kick zu geben.

Was sollten sie zurückhalten. Bestimmt nicht eine Gesellschaft, die sich feiert nach dem Motto: Anything goes. 

Wir brauchen eine neue Debatte darüber, ob wir um des Lebens willens wieder neu wissen wollen, welchen fröhlichen Verzicht der Wille zur Freiheit erfordert. Das beste Mittel gegen den Terror des Egos sind die vielen kleinen Nein, die für großes Ja zum Leben gern gelebt werden. 

Die freie Selbstbeschränkung um des Lebens und der Liebe willen: Ein seit Jahrtausenden erprobter Weg zu einem spannenden Leben mit Sinn.

Ihr

 c82298cfeb.jpg


 

itunes_symbol.jpg Abonnieren Sie meinen Predigtpodcast via iTunes

iTunes Podcast – Bruder Paulus‘ Kapuzinerpredigt

Aktuelle Termine


Letzte Aktualisierungen

*  26.07.2016 21:33 - Medienresonan
*  26.07.2016 21:08 - Startseite
*  10.07.2016 20:39 - Predigten 2015


Nachhören: 24.7.16, 11.30 Uhr Predigt Liebfrauenkirche Frankfurt

Get Flash to see this player.