Lachen mit Gott
Ein launiges Kontra, das alle zum Lachen brachte: Und die gerade noch brisante Diskussion zu aktuellen kirchlichen Fragen entspannte sich. - Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber nannte den Humor "Milchbruder des Glaubens“. Warum? Buber: "Wenn ein Mensch nur Glauben hat, steht er in Gefahr bigott zu werden. Hat er nur Humor, läuft er Gefahr, zynisch zu werden. Besitzt er aber Glaube und Humor, dann findet er das richtige Gleichgewicht, mit dem er das Leben bestehen kann." Humor entwächst der Sicherheit, die ein Kind an der Brust der Mutter empfindet. „Wie ein kleines Kind gestillt bei der Mutter ruht, so still ruht in mir meine Seele“ (Ps 131). Der jüdische Theologe Jakob Petuchowski verurteilte gar eine Theologie ohne Humor als Gotteslästerung.
"Nur wer über den Dingen steht, kann sie belächeln", lässt der britische Konvertit Chesterton seine Romanfigur Pater Brown sagen, und Crescentia von Kaufbeuren war der Meinung: "Einem Menschen, der nichts als Gott sucht und liebt, ist die Fröhlichkeit gleichsam angeboren."
Humor ist die Fähigkeit der Erlösten, dem Unerlösten in Kirche und Welt den ihm zustehenden Platz einzuräumen – Ja, das müssen wir! – aber um Himmels Willen keinen Zentimeter mehr als nötig.
Zum Unerlösten dieser Tage gehört zum Beispiel, dass das Katholischsein zur Gretchenfrage gemacht wird. Man streitet über die wahre katholische Liturgie und misst Kirchlichkeit am Grad der Zustimmung zu Einzelfragen kirchlicher Morallehre.
Erzbischof Marx bemerkte Anfang August in Altötting augenzwinkernd im Blick auf manche katholisch-ängstliche Mitchristen: Ich wundere mich, dass es Kreise in der Kirche gibt, die bei dem Wort Freiheit erschrecken; sie ist doch die Gabe Gottes an seine Erlösten!
Franziskus gilt als Zeuge dieser Freiheit bis heute. Über alle Grenzen der Konfessionen und sogar Religionen strahlt seine Fröhlichkeit bis heute aus. „Selig jener Ordensmann, der nur an den hochheiligen Worten und Werken des Herrn seine Wonne und Freude hat und dadurch die Menschen mit Fröhlichkeit und Freude (vgl. Ps 50, 10) zur Liebe Gottes führt“ (Erm20).
Der „Bruder Immerfroh“ wusste sich von Christus sicher in seiner Kirche gehalten, egal wie er sie auch im Einzelnen beurteilte. Er nahm Kritisches gelassen. Mit Humor konnte er - Bürgermeister seiner Zeit - Streitereien beenden helfen. Die Geschöpfe erkannten in ihm einen fröhlichen Mitsänger der Herrlichkeit Gottes, der am Ende doch das letzte Wort haben wird. „Er, der im Himmel thront lacht“ (Ps 37). Frieden stiftet, wer sich ab und an zu ihm setzt.