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Pax – Franziskanische Impulse zum Frieden

kreuzgeprägt

Die Liebe gibt keinen Halt? Sie verlockt doch zu Nähe! Fest und Feier gehören ihr! -  Mag sein. Doch dann darin auch das Andere: Kommt man sich nahe, tun sich Abgründe auf. Nichts lässt sich vorher ahnen. Zur Liebe gehören Wunden. Erst im Verkosten erkennt man, dass alle Freude nicht ohne Schmerz sein kann.
Wandlung ist gefordert, der Liebe Nachfolgerin. Wer sich ihr verweigert, erkaltet. Die Liebe drängt heiß zur Vermählung. Das Wort ist in die Jahre gekommen. Es kommt her von Mahl. Das klingt nach  Beißen, Zermalmen, nach Verwandlung, die kräftigt.

Franziskus ließ sich derart in Gott hineinnehmen. Er gab Gottes Verlockung nach. Er änderte sich in der Tiefe von Egoisten zum IchDu Menschen. Er wurde er anziehend für Oberflächliche und für Streithähne, für Reiche und für die Elenden. Er war so eins mit Gott, dass er eins mit den Menschen war und doch vollkommen unangepasst. Erblickte er sie, sah er sie als Schwestern und Brüder und durch sie hindurch zu ihrem Schöpfer. Versenkte er sich in Gott, erblickte er Jesu Gesicht am Kreuz und darin die Züge aller Menschen.

Er ist der Mensch-ganz-bei-Gott. Und der Mensch-ganz-bei den Menschen. Als erstem Heiligen der Kirchengeschichte öffnen sich in seinem Leib Wunden. Sie verwiesen auf Jesus am Kreuz. An Füßen und Händen zeigen sich blutende Wölbungen. Vorder- und Rückseite sahen aus, als wären sie nageldurchstoßen, die Seite, als sei sie speerwund. Am 17. September gedenken die franziskanischen Orden dieses Wunders.

Friede wird, wo diese Einheit mit Gott gesucht wird. Sie ist eine spannende, verwundende weil fordernde und verwundete, weil in der Liebe überforderte Gemeinschaft. Die Engelkopfkissen bei MacGeiz haben mit dem Engel, der Franziskus erschien, nichts gemein. Es gibt eine Spiritualität, die nur so tut, als sei sie spirituell: Sie soll die Wünsche des Ich für ein ruhiges Leben befriedigen.

Damit kann kein Friede werden. Erst wo Liebe Leidenschaft sein darf, beginnt sie, sich zu vergessen und hinzugeben. Friede wird, wo die Wunden nicht gescheut werden: Die Alleinerziehende, die das Geld für die Ausbildung der Kinder erarbeitet, ist Friedensbotin. In den Augen ihrer Freundin freilich eine Verrückte. Die vier, die den Rosenkranz in ihrer Dorfkirche beten: Auch wenn sie in den Abgrund des Abbruchs traditioneller Formen schauen, bleiben sie aus Liebe, solange nichts anderes zündet.

Zum Frieden in der Welt und in der Kirche braucht es Seelenverwandte mit dem Gekreuzigten. Sie sind wandlungsstark. Ich nenne sie ehrfürchtig kreuzfromm. Sie sind stark aus einer Liebe, die sich verwunden lassen mag. Ihr entströmt eine Kraft, die Halt gibt.

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