Termin: Sonntag, 20. Juni 2010, 8.30 Uhr, N24 Ethik „Um Gottes Willen"
Veranstalter: N24
Beginn: 8.30 Uhr
Ende: 9.00 Uhr
Titel: Harald Kujat im Gespräch mit Bruder Paulus bei N24 „Um Gottes Willen“
Link: N24 Ethik Um Gottes Willen
Art der Veranstaltung: Interview
Infotext:
Der Afghanistan-Konflikt hält die deutsche Öffentlichkeit wie auch die Politiker in Atem. Harald Kujat, der von 2000 bis 2002 Generalinspekteur der Bundeswehr war, ist einer der prominenten Kritiker dieses Militäreinsatzes. Als militärischer Berater der Regierung war der inzwischen 68 Jährige 2001maßgeblich an der Entscheidung, Soldaten nach Afghanistan zu schicken, beteiligt „ich war letzten Endes dafür. Aber leicht habe ich mir die Entscheidung nicht gemacht.“
Harald Kujat beobachtet das Geschehen in Afghanistan auch im Ruhestand noch ganz genau und findet offene, wenn auch unbequeme Worte „die Ausrüstung der Soldaten ist in den letzten Jahren vernachlässigt worden und nicht hinreichend. Wenn sie immer größeren Risiken ausgesetzt werden, müssen sie auch unter den entsprechenden Bedingungen arbeiten können.“ Die Soldaten so gut es geht zu schützen, dass müsse laut Harald Kujat, die Maxime sein.
Einige Male war Harald Kujat selbst im Einsatzgebiet der deutschen Soldaten und konnte sich ein Bild von der Lage vor Ort machen. Ein Bild, das lange Zeit nicht wahrheitsgemäß in die deutsche Öffentlichkeit getragen wurde „das tatsächlich Erlebte – Tod, Verwundung, Krieg – stimmte nicht mit dem Eindruck, der der deutschen Bevölkerung vermittelt wurde, überein. Das war unverantwortlich und verwerflich seitens der Bundesregierung.“
Bei N24 „Um Gottes Willen“ trifft Bruder Paulus Harald Kujat. Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr spricht offen über den Konflikt in Afghanistan, die Probleme der deutschen Soldaten und die Fehler einer Bundesregierung, die lange brauchte diesem Konflikt, einen Namen zu geben.