Das Portal zum Menschen Bruder Paulus
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Kapuzinermönch Bruder Paulus spricht beim Neujahrsempfang der CDU Main-Kinzig

Was kann uns das Christentum in der heutigen Zeit noch sagen? Diese Frage versuchte der Frankfurter Kapuzinermönch Bruder Paulus Terwitte auf dem Neujahrsempfang der CDU Main-Kinzig zu beantworten.

Gelnhausen.  Vor rund 300 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zeigte Bruder Paulus in der Gelnhäuser Stadthalle ganz schnell, dass die traditionelle braune Kutte der Kapuzinermönche und darunter verborgen und für den Einsatz schnell hervorgeholt, das moderne Mobil-Telefon als Symbol des modernen und allzeit kommunikationsbereiten Menschen, bei ihm kein Widerspruch sind.

Denn redegewandt und unterhaltsam machte er in seinem einstündigen Vortrag deutlich, dass der größte Teil der Menschen zwar in Freiheit geboren wird, dass es dann aber auch gelte, sie zu verteidigen. Dabei begann er bei sich selbst. Gewöhnlich halten die Kapuzinermönche ihre Kutte mit einer Kordel zusammen, in die drei Knoten gebunden sind. Sie erinnern an die traditionellen Gelübde der Franziskaner – Keuschheit, Armut und Gehorsam.

Allein zum Christentum

Bruder Paulus interpretiert sie zeitgemäß als Themen der Freiheit. Denn er habe als 16-Jähriger allein zum Christentum gefunden und so dann beschlossen, sich ganz der Kirche zu widmen. Das war sein freier Entschluss. Nach seiner Ansicht ist Kern des Menschseins die Freiheit der eigenen Urteilsfähigkeit. "Behalte deine Ideen nicht für dich, besitze sie nicht alleine, sondern teile sie mit andern", folgerte der Pater.

Dafür müsse man aber stark sein, weil es oftmals gelte, sie gegenüber Dritten zu verteidigen. Zum Starksein gehören nach der Meinung von Bruder Paulus innere Werte. Diese könne man nicht erlernen, sie seien angeboren. "Fürsorge kann man nicht lernen. Die hat man von Geburt an. Ebenso die Gerechtigkeit", so der Kapuzinermönch. Darüber gebe es noch Vorgaben, an denen man im Leben nicht vorbeikomme. Zum Beispiel gerecht sein oder in Frieden leben zu wollen.

Wer diese Vorgaben erfahre, der führe ein lustvolles Leben. Denn auf Dauer könne ein Mensch weder ungerecht gegenüber seinen Mitmenschen leben, noch fortwährend auf den eigenen Vorteil gucken. "Nach einer Werteskala zu leben, heißt, ich muss zugunsten der Werte gelegentlich auch eine Durststrecke in Kauf nehmen und auf etwas verzichten können", versuchte der Geistliche den Zuhörern des Neujahrsempfangs klarzumachen. Denn nach seiner Ansicht ist es selbstverständlich, dass jeder Christ alles tun müsse, damit die Einheit der Christenheit in Jesus Christus gelebt werden könne.

Zum Störfaktor werden

Dazu seien Gesprächsprozesse notwendig und schmerzliche Begegnungen. Schmerzlich dann, wenn spürbar wird: Hier steh ich nun, und ich kann nicht anders. So könne man, wenn man nach den richtigen, in diesem Fall christlichen Werten lebe, gelegentlich sogar zu einem Störfaktor in der Gesellschaft werden. Auf diesen Überlegungen basiere auch die soziale Marktwirtschaft, denn sie lasse kein ungehemmtes Gewinnstreben des Einzelnen zu. Und deshalb müsse man tun wollen, was gut ist und was richtig ist. Denn jeder sei in der Verantwortung, eine freie Antwort zu geben. Davon lebe nicht zuletzt ein Unternehmen und auch davon, dass alle angstfrei durch den Betrieb gehen, um gemeinsam dem Ziel näher zu kommen. jwn


Frankfuter Neue Presse, 28. Januar 2013

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