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Sie befinden sich hier: Medien Medienresonanz 26. Oktober 2010 Wiesbadener Kurier - Das Ehrenamt als Geschenk an die Gemeinschaft

Das Ehrenamt als Geschenk an die Gemeinschaft

Kapuzinermönch Paulus Terwitte bei der CDU in Taunusstein

Zum Jahresempfang hatte die CDU Taunusstein in den Festsaal der Pfarrei St. Ferrutius eingeladen. Als Referenten hatte sie den Kapuzinermönch Bruder Paulus Terwitte gewonnen.

Unbezahlt und unbezahlbar sei das Engagement im Ehrenamt, betont der CDU-Parteivorsitzende Sandro Zehner bei der Begrüßung der zahlreich erschienenen Gäste. Insgesamt 169 Adressen von Vereinsvorständen und Pfarrgemeinderäten habe man recherchiert und diese gemeinsam mit den Mitgliedern der CDU zum Ehrenamtsempfang eingeladen.

Kleine Anerkennung
„Auch als kleine Anerkennung, denn die Bereitschaft von Menschen sich einzubringen wird immer wichtiger“, fügt er hinzu. Schließlich würden die Mittel der öffentlichen Hand auch durch die selbstverordnete Schuldenbremse immer knapper. Dann löst ihn der medienerfahrene Kapuzinermönch Bruder Paulus Terwitte ab. In Mönchskutte und mit einem sogenannten Headset versehen, wandert der dann eine Stunde lang unermüdlich hin und her, immer wieder auch in das Publikum hinein, um mit großer Präsenz seine Botschaft zu vermitteln. „Ich bin hier, weil ich den Glauben an die Menschheit noch nicht verloren habe“, teilt er seinem Publikum mit.
Grund dafür gebe es hingegen genug. Besonders ins Visier nimmt er anlässlich des Empfangs das von allen Seiten propagierte Streben nach größtmöglicher Individualität. „Wenn jeder an sich selbst denkt, ist doch auch an alle gedacht“, beschreibt er diese Tendenz mal ironisch, meistens aber anklagend: „Ich werde immer öfter Ich, indem ich immer mehr ohne Du bin. Ich werde wachsen, weil ich Dich abgeschüttelt habe“, formuliert er als Thesen der Lobbyisten des Individualismus.

Seine eigenen Wahrheiten sehen aber ganz anders aus: „Die größte Berufung des Menschen ist es, dieses Hamsterrad zu verlassen und zu sagen: Ich will nicht für mich da sein, ich will für Dich da sein“, betont er. Wer zu ihm komme, um im Kloster zu sich selbst zu finden, sei an die falsche Adresse geraten. „Was gibt mir denn die Kraft Mensch zu sein? Dass jemand sagt: Du bist da und das ist mir genug“, begründet er seine Haltung. Die Realität sehe jedoch oft anders aus: „Zu viel Suff, zu viel Konsum, zu viel wird in sich reingezogen“, spricht er klare Worte. Im Gegenteil dazu sei das Ehrenamt gleichzusetzen mit freiwilliger Liebe zum Nächsten, die man einfach verströme. Ein Geschenk an die Gemeinschaft, das noch mehr kostet als Zeit und Energie: „Wer sich einsetzt, der setzt sich aus und wer sich leidenschaftlich einsetzt, der schafft sich Leiden ins Haus“, postuliert Terwitte. Trotz mancher Hindernisse, die den Ehrenamtlichen bei ihrer Tätigkeit in die Quere kommen können, fordert er sein Publikum auf das Engagement beizubehalten: „Tragen Sie die Zuversicht, dass miteinander Mensch sein, Freude macht“, ermutigt er die Gäste.

Freiheit empfangen

Davon sollen sie sich weder durch sinnfreie Fernseh-Unterhaltung noch durch die eigenen Kinder abhalten lassen. „Ich muss als Kind auch lernen, dass Eltern auch mal Eltern sein dürfen“, betont er, dass ein zu viel an Miteinander auch schädlich sein kann. In der Regel sei das Problem in der heutigen Gesellschaft jedoch anderswo zu finden: „Der Grund dafür, dass Menschen nicht ins Kloster eintreten ist derselbe, aus dem sie sich auch gegen Kinder entscheiden: Sie wollen ihr Leben nicht aus der Hand geben“, kritisiert der Kapuzinermönch, um hinzu zu fügen: „Freiheit nehmen wir uns nicht, sondern die empfangen wir, die wird uns gewährt“.

Von Hendrik Jun

Wiesbadener Kurier, Ausgabe Untertaunus 26.10.10 

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