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Telgte -

Bewegend, bunt und besinnlich: Das alles war der Neujahrsempfang der Stadt Telgte am Samstag im Bürgerhaus.
Von A. Große Hüttmann

Bewegend, bunt und besinnlich: Das alles war der Neujahrsempfang der Stadt Telgte am Samstag im Bürgerhaus. Bewegend, weil mit dem Verein Zib („Zusammen ist besser“) eine Gruppierung geehrt wurde, die sich seit vielen Jahren um Asylbewerber und Ausländer kümmert. Bunt, weil nahezu alle Gruppen und Gruppierungen aus der Emsstadt vertreten waren. Das Bürgerhaus samt seiner Empore war bis auf den letzten Platz gefüllt. Und besinnlich, weil es Bruder Paulus Terwitte als Festredner verstand – auch wenn man den kirchlichen „Entertainer“ spürte – die Anwesenden mit seinen Thesen zum Nachdenken zu bewegen.

„Das ist der gesellschaftliche und politische Auftakt des Jahres“, war sich Bürgermeister Wolfgang Pieper beim Blick in den Saal sicher. Bewusst, das betonte er, hätten sich die Organisatoren mit Blick auf den Kommunalwahl-Termin am 25. Mai für einen neutralen Festredner entschieden.

Im Rückblick auf das Jubiläumsjahr stellte Pieper vor allem zwei Dinge heraus. Zum einen habe er den Eindruck, dass eine Menge bewegt worden sei, zum anderen habe er ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit. „Wir haben die Stadt neu definiert, und es ist ein Wir-Gefühl entstanden.“

Mit Blick auf den Festredner und sein Thema brach Pieper eine Lanze für die Politiker. „Ihr Tun zum Wohle der Stadt verdient Hochachtung und Anerkennung“, sagte er. Dass Demokratie und Frieden nicht überall auf dem Erdball selbstverständlich sind, das zeige der Zustrom an Flüchtlingen. „Es geht uns gut, und wir haben die Möglichkeiten, anderen zu helfen, denen es nicht so gut geht“, sagte Pieper vor der Ehrung von Zib.

Richtig ruhig wurde es dann, als stellvertretend für andere Asylbewerber und Ausländer Alkaly Touré aus Guinea ans Mikrofon trat. „Ich bin dankbar für die Aufnahme und die Hilfe, die wir in Telgte bekommen“, sagte er. Aufhorchen ließ vor allem sein dringendster Wunsch: „Ich bin zutiefst bedrückt, dass wir nicht arbeiten dürfen. Die Untätigkeit ist schlimm.“

Auch wenn die Festrede von Bruder Paulus Terwitte „Wer sich einsetzt, setzt sich aus – von der Leidenschaft, ein Mitmensch zu sein“ überschrieben war, so knüpfte der Ordensmann unter anderem an die Flüchtlingsproblematik an. „Niemand verlässt aus Lust und Laune seine Heimat – fragen Sie die vielen Vertriebenen in Telgte“, sagte der Festredner. Anknüpfend an Jean Paul Satrés Ausspruch, „die Hölle, das sind die anderen“, kritisierte der Kapuziner die immer mehr um sich greifende Selbstsucht in der Gesellschaft. Er rief dazu auf, sich auf die Liebe als Triebfeder allen menschlichen Handels zu besinnen.

Dabei müsse jedem, der sich einsetze, klar sein, dass er Rückschläge verkraften muss. Aber mit Blick auf das Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter in Telgte riet Bruder Paulus dazu, dieses Tun nicht aufzugeben, sondern vielmehr neuen Mut zu schöpfen und weiterzumachen.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Formation „Sax4Fun“ der Musikschule.

Westfälische Nachrichten, 19. Januar 2014

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