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GERMETE

Glücklicher sind die Gebenden

Bruder Paulus Terwitte liest auf den Germeter Begegnungen

VON SANDRA WAMERS


6b53c1fed7.giff899fd9554.gifKapuzinermönch Paulus Terwitte brachte in Germete die frohe Botschaft unter das Volk, nämlich

Von Gottes Werk und des Tagelöhners Beitrag
FOTO: SANDRA WAMERS

Germete. Beginnen wir mit der Frohen Botschaft schlechthin: "Es gibt keinen schöneren Ort als genau den, wo Sie im Hier und Jetzt gerade sind." Das waren Bruder Paulus’ Schlussworte zur Lesung bei der Germeter Begegnung am Dienstagabend. Das mag manch einer, der jetzt gerade den ersten Schluck Kaffee am zu frühen Morgen getrunken und diesen Satz gelesen hat, kaum glauben. Ob es stimmt? Schlendern wir durch das Kloster.

Den literarischen Klosterrundgang im Buchformat hatte Bruder Paulus Terwitte aus dem Kapuzinerorden zur Lesung mitgebracht. Allerdings ging es darin nicht um die sakrale Architektur zwischen Kreuzgang und Klausur, sondern eher um die Architektur der Seele. Ein Grundpfeiler der Seele scheint die Angst zu sein. Die Traglast wiegt schwer. "Es ist die Angst davor, nicht genug im Leben zu bekommen", sagte Bruder Paulus. Nicht nur nicht genug, sondern auch nicht die, der oder das Richtige: Partner- und Jobwahl, Geld, Prestige und Macht. Das stete Streben nach dem ewigen Quäntchen Mehr schürt die Seelenqual. Aber: "Das Leben findet heute statt."

So steht es geschrieben - verschlüsselt im Buch der Bücher und in dicken Lettern klar und deutlich auf dem Cover von Bruder Paulus’ Klosterführer. Er hat die Frohe Botschaft des Evangeliums decodiert und in die Jetzt-Zeit transferiert. Er will diese Botschaft kundtun. Die Menschen begeistern, ermutigen zu leben. Aber missionieren, das will er nicht. Obwohl er das allertypischste Gewand der Missionare trägt: derber dunkler Stoff, ein helles Strick, ein weiter Schnitt. Die Kutte des Kapuziners ist schlicht. "Franz von Assisi hat sie nach der Kleidung der Tagelöhner gemacht, die sich nicht mehr leisten konnten", erzählte der Ordensmann und präsentierte stolz sein hehres Gewand. Die Leistung eines Tagwerks, darauf komme es an. Eben auf das Hier und Jetzt, die Schaffenskraft des Augenblicks.

Viele Augenblicke summieren sich zu einem Leben, und die kleinen Tagwerke bilden das Lebenswerk. "Jedem Leben ist eine Aufgabe geschenkt, diese gilt es zu entziffern", sagte Bruder Paulus. Ein Patentrezept für die Glückseligkeit klingt anders. Aber Bruder Paulus blieb pragmatisch: "Die Aufgabe der Kirche ist es, zu sagen, dass wir Hoffnung für dich haben. Dass jeder Mensch seinen Weg selber finden kann, daran glaube ich." Helfen heißt für ihn, die Menschen zu begleiten. Darin liege die Kraft. "Wir alle haben diese Kraft, unsere Grenzen zu überschreiten und auf andere Menschen zuzugehen."

Vielleicht liegt danach das Geheimnis des Glücks im Geben. "Und vom Geben ist noch keiner arm geworden", zitierte Bruder Paulus - nicht aus der Bibel, sondern seine Großmutter. Eine Botschaft von vielen, die der 52-jährige Ordensmann den knapp 100 Zuhörern im Germeter Gemeindehaus mitgeteilt hatte - und das in kurzweiliger und amüsierter Manier.


 

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