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Sie befinden sich hier: Medien Medienresonanz 13. Juni 2010 Radio Horeb - Kleine Alltagsethik

Das Personalmanagement auf dem Prüfstand

Radio Horeb
Presse-Information 13.06.


Bekannter Buchautor und Ordensmann kritisiert Rücktritte von Politikern als „Ich-bin dann-mal-weg“-Mentalität / „Weltmeister im Reden über das Leben“

München. Der aus Fernsehen und Radio bekannte Ordensmann und Buchautor Bruder Paulus Terwitte OFMCap (50) hat Kritik an Rücktritten und dem angekündigten Amtsverzicht von führenden deutschen Politikern geübt. Mit Blick auf den Rückzug des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch aus der Politik und den durch seine Kandidatur für das höchste Staatsamt erforderlichen Amtsverzicht des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff sprach Terwitte im Gespräch mit Radio Horeb von einem „Ich-bin-dann-mal-weg“, das in unserer Gesellschaft eine Mentalität geworden sei. „Das Wegsein und Weggehen scheint das allermodernste zu sein. Zu bleiben, dass du was aushältst und durchträgst, das ist ja geradezu angefeindet.“

In der Sendung der Reihe „Standpunkt“ warnte der Kapuzinerpater vor einer
demokratischen Krise: „Vor 30 Jahren begann der Kirche das Personal auszugehen. Jetzt gehen der Demokratie die Wähler aus. Die Kirche war immer schon prophetisch. Und wie es der Kirche geht, so geht es auch der Gesellschaft. Seit 30 Jahren werden die Kirchen leerer – jetzt werden die Wahllokale leerer. Wir werden auf 20 % Wahlbeteiligung herunterfahren in unserer Gesellschaft und das liegt daran, dass das christliche Menschenbild aus der Gesellschaft ausgetrieben worden ist.“

Die Christen ermutigte der Ordensmann zum Dialog über ihre Werte. Gerade im Dialog miteinander müssten wir „zu Tiefgang kommen“. „Das Gespräch darüber, was ist dir heilig, wertvoll, wofür engagierst du dich, wo sagst du auch mal „nein, das darf man nicht“ oder „das sollte man aber“ – diese Gespräche müssen unbedingt miteinander geführt werden. Und das Interessante ist, und darum ist die Ethik so wichtig, es ist überkonfessionell. Gerade wir Christen müssten Gesprächspartner aller Menschen sein.

Und wir müssten im Reden über das Leben Weltmeister sein.“ An der Bußpraxis der Kirche kritisierte Bruder Paulus die Fixierung auf Dinge, die man falsch machen kann. Beim Blick ins Gotteslob in den Gewissensspiegel kriege man „Zustände“, so der Kapuziner. „Es ist ja ganz schön, dass man jetzt 50, 80, 90 Fragen hat, was man alles falsch machen könnte und so. Aber wichtiger ist doch, dass wir darüber nachdenken: was bedeutet es eigentlich zu lieben? Was bedeutet es, sich verwandeln zu lassen? Was bedeutet es, in Gott verwurzelt zu sein? Der Grund, warum wir so Schwierigkeiten haben mit der Ethik, ist, dass wir aus einem katholischenscholastischen Denksystem kommen, in dem haarklein festgelegt war, was man darf und was man nicht darf.“

Im Gespräch mit Hörern warb der Priester für das Sakrament der Beichte. An der Beichte könnte man sehen, „wie wunderschön es ist, dass wir mal einen roten Kopf kriegen können.“ Die Beichte dürften Katholiken verstehen als die Möglichkeit, einmal bis in die Tiefe des eigenen Herzens erfahren zu dürfen, „wie das ist, seinem Richter gegenüber zu stehen.“

Achtung Redaktionen!

Bruder Paulus steht für Interviews zur Verfügung: Telefon 0173/ 6543941;
kontakt@bruderpaulus.de
Titel: Kleine Alltagsethik
Autor: Br. Paulus Terwitte
Verlag: Gütersloher Verlagshaus

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