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Sie befinden sich hier: Medien Medienresonanz 05. März 2010 VDI Nachrichten Personal im 21. Jahrhundert

Das Personalmanagement auf dem Prüfstand

Personalarbeit: Wie werden wir morgen arbeiten? Welche Fähigkeiten müssen Führungskräfte in Zeiten der Globalisierung mitbringen? Und was erwarten Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten? All diesen Fragen stellten sich Personalexperten während der Handelsblatt-Tagung "Personal im 21. Jahrhundert" in München. VDI nachrichten, Düsseldorf, 5. 3. 10, jul

Es ging um die Verantwortung von Unternehmen gegenüber ihren Mitarbeitern - vor allem in Krisenzeiten, es ging um Talentmanagement, um neue Arbeitsformen und den Wandel der Arbeitswelt. Zwei Tage lang kamen rund 150 Personalexperten zusammen, um über die Herausforderungen moderner Personalführung zu diskutieren.

"Sie werden Mitarbeiter da binden, wo Freiheit herrscht. Dann kann auch die Frage nach dem Sinn der jeweiligen Tätigkeit geklärt werden und wir können uns miteinander auf den Weg machen", sagte Bruder Paulus Terwitte zu Beginn der Veranstaltung. Auf dem Podium stand kein Personalverantwortlicher, sondern ein Kapuzinermönch und katholischer Priester. Schweigen im Publikum. Kutte statt Anzug. Er sprach von Vertrauen, Freiheit, Wahrheit und Sinnhaftigkeit - Werte, die in der Personalführung einen festen Platz einnehmen müssten. Vor allen Dingen dann, wenn es darum ginge, die Mitarbeiter auf Veränderungen einzustellen und sie durch Krisenzeiten zu führen.

Als Ludwig Georg Braun, Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG und von 2001 bis 2009 Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) sowie heute DIHK-Ehrenpräsident, das Wort ergriff, blies er in dasselbe Horn und plädierte für Ehrlichkeit. Diese sei die Kernthese, wenn es um Personalpolitik gehe. "Unsere Gesellschaft droht auseinanderzubrechen. Wir, die Personaler, müssen uns deswegen als Bürger verstehen, die die Mitsorge zu tragen haben, wir müssen die ,Elternfähigkeiten'', das ,Andiehandnehmen'' wieder lernen. Und wir müssen es mit Liebe tun." Darüber hinaus sei der unternehmerisch mitdenkende Mitarbeiter gefragt. Ein Mitarbeiter, der sich einmische. Und ein Mitarbeiter, der sich weiterbilde - und zwar lebenslang.

Ein solcher wurde zum Leitbild der folgenden zwei Tage; egal, ob es um den Aufbau einer nachhaltigen Firmenkultur ging, um die Entwicklung einer High Performance-Organisation oder um altersdifferenzierte Lernkonzepte.

Die Krise stand dabei mal mehr und mal weniger im Vordergrund. Uneins waren sich die Referenten, ob sich die Wirtschaft noch mitten in der Krise befinde oder sie das Tal bereits verlassen habe.

Das jedoch war auch nicht entscheidend auf der Suche nach Instrumenten und Konzepten, um Mitarbeiter durch Krisenzeiten zu führen, denn Konjunkturzyklen wird es immer geben. Wichtig sei vielmehr, diesen ein Schnippchen zu schlagen und "den Mitarbeiter im Rahmen von Change Management aktiv auf Veränderungen vorzubereiten und ihm somit seine Ängste zu nehmen", erklärte Rainer Gröbel, Bereichsleiter Organisation und Personal, IG Metall Vorstand. Tiefgreifende Veränderungen riefen dabei nicht nur wirtschaftlich schwierige Zeiten hervor, sondern auch Phänomene wie etwa der demografische Wandel. Hier sei es entscheidend, die Belegschaft im Rahmen von Weiterbildungen darauf vorzubereiten.

"In schwierigen Zeiten gilt einmal mehr, dass wir innovative Lösungen brauchen und damit meine ich nicht nur Kurzarbeit, Sabbaticals und Co., sondern wir müssen das vernetzte Denken unserer Mitarbeiter fördern", so der Appell Simone Siebekes, Corporate Vice President Human Resources bei Henkel. Der Henkel-Konzern tue das, indem die Mitarbeiter immer wieder auf gänzlich neue Positionen versetzt würden.

Für Armin Trost, Professor für Human Resource Management an der Hochschule Furtwangen, sind die Talente der Mitarbeiter entscheidend. "In Zukunft müssen wir viel stärker auf die individuellen Präferenzen unserer Mitarbeiter eingehen."

Michele A. Verna, Vorstand Vodafone Deutschland, wusste, wovon er sprach, als er dafür plädierte, die Mitarbeiter mit ins Boot zu holen und sie zu Fans ihres eigenen Unternehmens zu machen. Denn genauso habe es Vodafone gemacht, als es darum ging, aus zwei Konzernen, nämlich aus Arcor und Vodafone, einen zu machen. Konkret heißt das: "Nicht wir haben unseren Mitarbeitern gesagt, welche Werte unser Unternehmen hat, sondern unsere Mitarbeiter haben uns die Werte geliefert."

Doch die Werte, die proklamiert werden, sind das eine. Diese Werte auch im täglichen Miteinander zu leben, ist das andere. Wie ist das möglich, wenn Umstrukturierungen und permanenter Leistungsdruck auf den Schultern von Führungskräften und Mitarbeitern lasten? Bleiben da Werte nicht gerne mal leere Worthülsen, die sich gut auf der Webseite der Unternehmen machen? Wie schaffen es Führungskräfte, diese Werte umzusetzen und vorzuleben?

Auf diese Fragen suchten nicht nur Personalverantwortliche eine Antwort, sondern auch die Olympiasiegerin Heike Meier-Henkel, der ehemalige Fußballmanager Rainer Calmund und der Brigadegeneral Werner Kullack. Dass es Parallelen zwischen Leistungssport, Heeresführung und Unternehmensalltag gibt, daran besteht kein Zweifel. Denn in allen drei Bereichen spielen Leistung, Disziplin, Teamgeist und Führungsqualitäten eine entscheidende Rolle. "Die Erfolgreichen haben immer eines gemein: Sie sind Teil eines Teams, das funktioniert und vorankommt", so Andrea Meier-Henkel. Im Sport wie im Management und in der Heeresführung müssten dabei ständig Entscheidungen getroffen werden, ohne die es kein Vorankommen gäbe. Dabei würden Fehler gemacht, doch aus diesen würde man lernen.

Dass jedoch nicht alle Fehler gleich schwer wiegen, daran erinnerte der Brigadegeneral Werner Kullack, "denn wenn wir in der Heeresführung versagen, machen sich unsere Führungskräfte moralisch verantwortlich". Dann stünden Menschenleben auf dem Spiel.

Was Manager hingegen tragen, sei die soziale Verantwortung, so Calmund. Und dieser könnten Führungskräfte nur dann gerecht werden, wenn sie ihre Position mit Leidenschaft ausfüllten. "Und dabei authentisch bleiben und Vertrauen zu ihrem Team aufbauen", schob Meier-Henkel nach.

Einig waren sich die Referenten auf dem Podium wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung, dass Kommunikation die entscheidende Größe ist, um Mitarbeiter erfolgreich zu führen. Denn nur, wer mit seiner Belegschaft kommuniziert, kann überhaupt ehrlich sein, kann loben, motivieren und kann Vertrauen aussprechen - und kann am Ende Leistung einfordern und honorieren. jul


Personal im 21. Jahrhundert 

Der demografische Wandel, die wachsende Internationalisierung und wirtschaftlich schwierige Zeiten stellen Personalverantwortliche vor besondere Herausforderungen.

-Durch Change-Management müssen die Mitarbeiter frühzeitig auf Veränderungen vorbereitet werden.

-Durch eine nachhaltige Leistungskultur steigt der Wertertrag eines Mitarbeiters.

-Die Weiterbildung der Mitarbeiter ist heute wichtiger denn je. Differenzierte Lernkonzepte sind hier gefragt.

-Neue Arbeitsformen spielen eine immer wichtigere Rolle. Dafür ist eine neue Vertrauenskultur vonnöten. jul


VDI nachrichten, Düsseldorf, 5. 3. 10, jul

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