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Sie befinden sich hier: Medien Medienresonanz 02. Juli 2010 Frankenpost - Europa Botschafter staunt

Workshp in Wunsiedel

Wunsiedeler Schüler entwickeln Ideen gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Jugendliche aus der Partnerstadt Ostrov nehmen ebenfalls am Workshop teil Wunsiedel - Einige waren skeptisch.

Doch die zwei Stunden mit einem Mönch waren, so konnte man anschließend im Treppenaus des Wunsiedeler Rathauses hören,„echt cool". Über 30 Schüler aus verschiedenen Schulen der Stadt und aus der Partnerstadt Ostrov haben laut einer Pressemitteilung den Kapuziner Bruder Paulus Terwitte als Botschafter der Bundesregierung für das „Europäische Jahr 2010 gegen Armut und Soziale Ausgrenzung" im Rathaus Wunsiedel erlebt. Der fernseherfahrene Ordensmann machte den Vormittag kurzerhand zu einer Talk-Show mit Erfolg. Reich sei, wer gesund ist, Freunde und Familie hat, arbeiten darf, einen Sinn im Leben sieht und Kapital besitzt, so der 50-jährige.   

Und dann begann der Talk. Bruder  Paulus  ließ Vertreter des Jugendamtes, des Jugendclubs, des ARGE und der Diakonie spontan  Beispiele aus dem  Raum Wunsiedel erzählen. Die dritte Bürgermeisterin von Wunsiedel, Margit Widenmayer, berichtete von Erfahrungen mit der „Tafel", die Armen Lebensmittel und menschliche Zuwendung anbietet. So wurde konkret, worauf der Botschafter in seinem Einführungsvortrag hingewiesen hatte: „In Deutschland leben 14 Prozent der Bevölkerung in Armut, darunter drei Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Jedes fünfte Kind lebt in Armut- und   die Zahl wächst. In Europa sind 19 Millionen Kinder und Jugendlichen arm." Weil Armut versteckt werde, so Bruder Paulus, komme es auch auf die Jugendlichen    an.   

Und schon schickte er sie ins Gruppengespräch: Wie erkennt ihr arme Mitschüler? Wie könntet ihr ihnen helfen? Die Talk-Runde mit je einem Vertreter aus den Gruppen brachten den Würzburger Ordensmann zum Staunen: Die Jugendlichen erwiesen sich als hochsensibel für die Frage der Armut und berichteten ehrlich, wie Mitschüler von ihnen auch schon mal ausgegrenzt werden, wenn sie täglich mit der gleichen Kleidung in die Schule kommen oder sich eine Klassenveranstaltung nicht leisten können. Es wurde ganz still, als eine Schülerin berichtete, wie sie mit Hilfe von engagierten Mitschülern dazu   kam, das „dumme Gerede" nicht mehr wichtig zu nehmen.

„Wichtig ist vielmehr, die zu sehen, die zu einem stehen", so das Fazit der Achtzehnjährigen. So viel Offenheit machte den Botschafter für einen Moment sprachlos. „Ihr seid beeindruckende Zeugen für das deutsche Motto über das Europäische Jahr: Mit neuem Mut. Ich nehme zum nächsten Treffen nach Berlin mit, dass hier in Wunsiedel die Armen gesehen werden, auch wenn es unbequem erscheint. Hier wird schon   bei den  jungen  Leuten in Barmherzigkeit und in soziale Gerechtigkeit investiert."

Frankenpost, 02. Juli 2010


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