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Sie befinden sich hier: Medien Medienresonanz 5. Dezember 2011 - Geld ist ein Kommunikationsmittel

„Geld ist ein Kommunikationsmittel“

05.12.2011 - IDSTEIN

Von Beke Heeren-Pradt

VORTRAG Kapuzinermönch Paulus Terwitte spricht in der Idsteiner Unionskirche

„Erst das Geld, dann die Moral?“ Der Vortrag des weithin bekannten Kapuzinermönches Bruder Paulus Terwitte in der Idsteiner Unionskirche widmete sich dem derzeitigen aktuellen Dauerthema rund um Geld, Gier, Geschäft - und wie es in diesem Zusammenhang um die Moral bestellt ist.

„Was ist Geld?“, fragte der Vortragende denn auch zunächst provokant, um seine Definition des Geldes anschließend zu beschreiben. „Geld ist ein Kommunikationsmittel“, so die grundlegende Einsicht des Kapuzinermönches, der seit seinem Abitur sich dem Leben in einem Bettelorden nach dem Vorbild des heiligen Franziskus verschrieben hat.

Er ist „Guardian“ des Kapuzinerklosters in Frankfurt und hat sich, auch aus der Nähe zum großen Geschäft der deutschen Bankenmetropole heraus in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht in der Diskussion um Geschäft, Geld und Moral.

Die Tatsache, dass Geld lediglich ein Kommunikationsmittel sei, nehme ihm seine Position als Selbstzweck. „Geld haben ist kein Ziel“, so der Mönch, der auch schriftstellerisch tätig ist und einen eigenen Fernsehtalk hat. Geld sei nur ein einfaches Mittel für den Umgang miteinander in einer sehr differenzierten Welt. Es ist ein Mittel zum Zweck des Miteinanders.

Und genau das Miteinander der Menschen, das steht für den Kapuzinermönch im Zentrum des Daseins. Keiner könne ohne den anderen, jeder müsse auf den anderen achten - damit fasst er die oberste Maxime seines Ordens zusammen, der sich stark in der Sozialarbeit engagiert. Diese Maxime gelte auch für die Geschäftswelt. Geld und Moral hingen eng zusammen.

Denn „Geld ist in Zahlen geschriebenes Vertrauen“, so der Kirchenmann, der mit seiner mitunter flapsigen Sprache sehr pointiert seine Erkenntnisse auseinandersetzte.

Die allseits im Angesicht der herrschenden Finanzkrise gegeißelte Habgier von beispielsweise Bankern sieht er in jedem einzelnen angelegt: immer mehr von allem haben wollen, immer weniger für Güter bezahlen wollen - das träfe für jeden in der Gesellschaft zu. Und genau daran kranke das System.

Der Mensch sei durch seine evolutionäre Entwicklung ein „instinktreduziertes Wesen“, daher brauche er Werte, die ihm die Richtung zeigten. Und diese seien allgemeingültige, nicht nur christliche Werte. Das Miteinander in der Gesellschaft stehe an erster Stelle, erst dann komme das Geld. Sei diese Reihenfolge anders, dann stimme etwas nicht.

Daher brauche es starke Menschen, die immer wieder in der Lage seien, das in den Vordergrund zu stellen, was wesentlich sei, die verhinderten, dass der Mensch unter die Räder des Geldes gerate.

„Wir brauchen engagierte Politiker, die Menschen sind, und keine Technokraten oder Fachidioten, um aus der Falle der allgemeinen Gier herauszukommen“, beantwortete er im Anschluss an seinen Vortrag auch nachdenkliche und kritische Fragen aus dem Idsteiner Publikum, das recht zahlreich in der Unionskirche versammelt war und sich sowohl mit seinem Appell zum Maßhalten, zur Demut, zur Mitmenschlichkeit auseinandersetzte, als auch mit der immer wieder provokanten und schnoddrigen Art seines Vortrags.

Wiesbadener Tagblatt, 5.12.2011

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