Das Portal zum Menschen Bruder Paulus
« März - 2017 »
SMDMDFS
 
01
0203
04
05
060708091011
1213141516
17
18
19
20212223
24
25
26
27282930
31
 
Sie befinden sich hier: Medien Medienresonanz 4. Mai 2012 - Frankfurter Neue Presse: "Kirche ist Gemeinschaft"

"Kirche ist Gemeinschaft"

 

 

 

 

"Kirche ist Gemeinschaft" Bruder Paulus begeistert bei Kirchentag

Eine flammende Rede vom Kapuziner-Mönch Bruder Paulus aus Frankfurt war der Höhepunkt des ökumenischen Kirchentages in Schmitten. Von Matthias Pieren

Bruder Paulus sprach in Brombach über gelingende Gemeinschaft und Glauben. Foto: Pieren
Bruder Paulus sprach in Brombach über gelingende Gemeinschaft und Glauben.
Foto: Pieren

Mit leisem Summen auf den Lippen und leichten Schrittes durchquerte Bernhard Gerhard Terwitte das Kirchenschiff der evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Brombach. In seiner kastanienbraunen Kutte mit der spitzen Kapuze und der geschnürten Kordel um die Hüfte erkannten ihn die rund 130 Besucher des Schmittener Kirchentages sofort als Bruder Paulus. Unter diesem Ordensnamen ist der Geistliche aus dem Kapuziner-Kloster Liebfrauen in Frankfurt besser bekannt.

Die Gelassenheit des 52-Jährigen wich vom ersten Moment seiner fast einstündigen freien Rede einer feurigen Ausstrahlungskraft, mit der er seine Zuhörer fesselte. ",Wenn jeder an sich denkt, ist doch auch an alle gedacht.‘ So heißt die neue Religion vieler Menschen", stellte der Gastredner des ökumenischen Kirchentages fest. Es sei ein grundlegender Irrtum zu meinen, man müsse nur ordentlich genug glauben und bekomme dann, was man sich wünsche. Das führe dazu, dass sich die Menschen von der Kirche abwendeten und meinten, ihren persönlichen Glauben nach eigener Fasson leben zu können.

"Wir sind heute konfessionell verseucht und schauen zu sehr nach kirchlichen Strukturen und nicht nach dem Glauben", meinte Bruder Paulus. Meditation sei kein Ersatz für das Gebet. Die Kraft des Heiligen Geistes verspüre man nur in Gemeinschaft mit anderen Gläubigen. "Überall dort, wo Gemeinschaft ist, hat die Vereinzelung und Einsamkeit der Menschen ein Ende. Beten heißt, sich mitreißen lassen", appellierte der Mönch an die Zuhörer, Kirche wieder in der Bedeutung des griechischen Wortes Ekklesia zu verstehen. "Kirche ist die Gemeinschaft der Zusammengerufenen. Wir glauben daran, dass Glauben und Gemeinschaft möglich sind."

 

Starke Präsenz

Durch die starke Präsenz des Kapuziner-Mönchs bekommen die theologischen Überzeugungen eine enorme Lebendigkeit. Die bildhafte Sprache und die intensiven Gesten verleihen seinen Worten Strahlkraft. Bruder Paulus spricht die Besucher persönlich an, bringt sie zum Lachen und zum Nachdenken. Er rüttelt auf und tröstet, fordert heraus und gibt Segen.

"In der Bibel stehen viele Geschichten von Menschen, die in Bewegung sind, die sich auf den Weg gemacht haben. Wer Gott denkt, muss Bewegung denken und nicht nach Bestätigung für das suchen, was ist", rüttelt der Mann in der braunen Kutte an den satten, vielleicht auch ängstlichen Glaubensgewissheiten vieler Christen.

Sein Appell: Christen sollen offen sein für Fremde, die unterwegs sind. "Der Fremde ist der, der uns hilft, zu verstehen", meinte Bruder Paulus. "Wer Gastfreundschaft pflegt, beherbergt manchmal Engel, ohne es zu wissen." Christliche Gastfreundschaft beinhalte auch, Muslimen Raum zum Beten zu geben und Juden die Freiheit, ihre Religion zu praktizieren.

"Gastfreundschaft heißt auch, Atheisten die Möglichkeit zuzugestehen, sich in ihrem Atheismus gegenseitig zu unterstützen." Auch das sei Gemeinschaft.

 

Frankfurter Neue Presse, 04. Mai 2012

Letzte Aktualisierungen

*  24.03.2017 06:32 - Startseite
*  13.12.2016 22:15 - Predigten
*  13.12.2016 22:14 - Predigten