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Sie befinden sich hier: Medien Medienresonanz 24. März 2012 - Bruder Paulus spricht über Glück

Bruder Paulus spricht über Glück

Bruder Paulus spricht in der Emmausgemeinde über Glück
 
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Die offene Art von Bruder Paulus Terwitte
begeisterte auch die Besucher der Emmausgemeinde.
Foto: Häfner    

Was ist Glück? Seine ganz persönliche Antwort auf diese universelle Frage gab der Kapuzinermönch Bruder Paulus Terwitte den Gästen seines Vortrages am Dienstagabend der vergangenen Woche im Gemeindehaus von Emmaus.

Pfarrer Moritz Mittag sagte zu Beginn des ersten Vortrags in der Reihe „Gott und die Welt“ über das Motto des Jahres, „Glück“ habe mit Maßhalten zu tun.
Der Weg den Kapuzinermönche dabei einschlagen ist konsequent und radikal. „Wir besitzen nichts. Unser Kloster ist die Welt“, erklärte Bruder Paulus. In selbstgewählter Besitzlosigkeit fordern die Kapuziner zum Teilen auf. Ihr Bettelorden zeichnet sich durch strengste Askese und durch die Nähe zu den Armen und Ausgestoßenen der Gesellschaft aus. Verzicht auf persönlichen Besitz bedeutet keinesfalls Weltfremdheit. Bruder Paulus nutzt ein Smart-Phone und tritt in Talkshows auf.

„Ich bin reich, wenn ich erkenne, dass ich in Abhängigkeit lebe“, erklärte er eine seiner wichtigsten Thesen. Es könne niemand ohne den anderen existieren. Deshalb sei ein Weg zum eigenen Glück, sich um andere zu kümmern. Ganz praktisch gab er den Anwesenden den Rat, sich zusammenzutun und Dinge zu teilen. Als Rezept gegen Einsamkeit stellte er die Frage, warum sich Menschen nicht einfach treffen, um jeden Tag gemeinsam bei einem anderen zu kochen und zu essen.

Bruder Paulus forderte auf, die Definition von Glücklichsein zu hinterfragen und seine persönliche Bedeutung zu finden. „Geh deinen eigenen Weg und verbiete der Welt, dafür eine Wertung abzugeben“, ermunterte er sein Publikum zu mehr Selbstbewusstsein. Schließlich seien wir alle als Original auf die Welt gekommen und sollten nicht als Kopien sterben. Niemand habe sich selbst erschaffen, aber jeder habe eine ganz eigene „Ausstattung“ von Gott mitbekommen, die es zu erkennen und zu nutzen gelte.

Die Suche nach dem Glück mache unglücklich. Man solle vielmehr den eigenen Fähigkeiten vertrauen, zu seinen Defiziten stehen und flexibel bleiben. „Nicht du wähltest den Weg, der Weg wählte dich“, betonte Bruder Paulus. Es gelte nicht so sehr, Pläne zu verwirklichen, sondern sich auf Situationen einzustellen. Das Glück läge darin, den Reichtum zu erkennen, der einem ungeplant entgegenkomme.

Die Kapuziner begegnen jedem Menschen zutiefst tolerant, ohne Bewertung und in der Überzeugung „Gottes Topmodel“ gegenüberzustehen. Egal, wie heruntergekommen und verwahrlost ein Mensch sei, durch die Brille Gottes sei er ein wertvolles, willkommenes Original. In jedem Menschen sei ein goldener Grund vorhanden, egal wie unappetitlich die äußere Schmutzschicht sei. „Wir bewirten in Frankfurt Obdachlose, um ihnen zu zeigen, auch sie sind willkommene Gäste auf der Erde. Wir wollen die Menschen nicht verändern, sondern nehmen sie so wie sie sind“, erläuterte der Kapuzinermönch. Wird eine weitergehende Betreuung oder Hilfe gesucht, stellt der Orden ausgebildete Sozialarbeiter zur Verfügung. Paulus nannte diese tolerante Haltung auch ein Konzept des Friedens.

Das Thema Glück, aber auch die Neugier auf den durch Funk- und Fernsehen bekannten Bruder Paulus Terwitte, hatte das buntgemischte Publikum angelockt. Die Stuhlreihen im Gemeindesaal waren restlos besetzt.   

Eppsteiner Zeitung, 24. März 2012

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