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Sie befinden sich hier: Medien Medienresonanz 18. Februar 2015 - Nur Kunst berührt Menschen im Innersten, Mittelbayerische Zeitung

Nur Kunst berührt Menschen im Innersten


Der Kapuzinerpater Paulus Terwitte findet: „Künstler brauchen nicht katholisch zu werden, sie sind es sowieso!“
Pater Paulus Terwitte  referierte über die Bedeutung der Kunst.

Regensburg Nach zwölf Jahren nahmen Künstler und Kirche eine alte Tradition wieder auf. Beim „Aschermittwoch für Künstler“ trafen sie sich in der Kirche St. Jakob, um gemeinsam mit Bischof Rudolf Voderholzer einen Gottesdienst zu feiern und sich das Aschekreuz auflegen zu lassen. Auf Betreiben von Domvikar Monsignore Dr. Werner Schrüfer, der mit Dr. Maria Baumann von den Diözesanmuseen und Stefan Baier, Leiter der Kirchenmusikhochschule Regensburg, zusammenarbeitete, wurde der Aschermittwoch für Künstler, der 2003 zum letzten Mal stattgefunden hatte, heuer wieder durchgeführt.

Der Intendant des Stadttheaters, Jens Neundorff von Enzberg, und Bischof Rudolf Voderholzer hatten dazu eingeladen und gaben ihrer Freude darüber Ausdruck, dass der gemeinsame Gottesdienst und die anschließende Agapefeier zustande kamen.

„Krippe nur noch als Attraktion“

Hauptreferent beim Treffen nach dem Gottesdienst im Priesterseminar war der Kapuzinerpater Paulus Terwitte, der sich mit dem Thema Kunst, Gotteserfahrung und Glaube auseinandersetzte. Beeindruckende musikalische Akzente setzten Uli Zrenner Wolkenstein (Bass), Gerwin Eisenhauer (Drums), Marco Köstler (Keyboard) und Dominik Glöbl (Trompete).

Mit Pater Paulus Terwitte hatte Dr. Schrüfer einen eloquenten Medienprofi eingeladen. Terwitte ist Guardian des Kapuzinerklosters Liebfrauen in Frankfurt am Main sowie Leiter des dortigen Franziskustreffs, eine Hilfseinrichtung für wohnungslose Menschen. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand seine Aussage, wonach die Menschen keine lebendige Beziehung mehr zur Kirche und zum Glauben hätten.

Zwar seien die Menschen von wunderschönen kirchlichen Gebäuden umgeben und würden diese auch bewundern, doch die Schönheit der Bauten „entschlüsselt nicht mehr das Geheimnis des Glaubens“. Die „grandiose Tat, als Gott Mensch wurde“ werde nicht mehr so empfunden, die Menschen seien dem echten Empfinden darüber entrückt. Terwitte brachte das Beispiel von der Weihnachtskrippe, die zu einer Weihnachtsattraktion neben vielen anderen auf dem Christkindlmarkt verkommen sei. Die Menschen würden nicht mehr davon berührt, meinte der Referent. Allein die Kunst habe die Macht, Menschen im Innersten zu berühren, sie auf der innersten menschlichen Gefühlsebene zu erwischen, ohne dass der Verstand nach Sinn, Zweck oder Leistung frage.

Pater Paulus Terwitte (rechts) referierte über die Bedeutung der Kunst. Foto: Lukesch Beim „Aschermittwoch der Künstler“ trafen sich Bischof Rudolf Voderholzer (Mitte), Jens Neundorff von Enzberg (rechts)und Pater Paulus Terwitte OFMCap.

Der Kapuzinerpater zitierte Friedenreich Hundertwasser, der gesagt habe: „Wir sind tot, wir leben von längst verwesten Erkenntnissen“. Eben dies würden die Künstler nicht tun, sagte Terwitte. „Ein Kunstschaffende lehrt uns zu denken und wahrzunehmen auf eine Weise, auf die der Verstand nicht kommt.“ Kunstschaffende seien inspiriert, getrieben davon, das, was sie auf ihre eigene Weise wahrnähmen, darzustellen.

„Durch Kunst Gott spüren“

Es sei wichtig, dass sich die Menschen auf die Kunst einließen, sich mitreißen ließen und sich die Gefühle erschlössen, die die Kunst in ihnen auslöse. Hier gehe es nicht um Leistung oder um den Wert einer Sache, sondern nur darum, dass man von Kunst, Schönheit, Inspiration verwandelt werden und Gott spüren könne. Warum braucht die Kirche die Kunst, fragte Terwitte und antwortete darauf: „Weil Künstler so ganz nah dran sind, den Anspruch zu hören, der von dem, was ist, an sie ergeht.“ Im Übrigen sei eines ohnehin klar, schmunzelte Terwitte: „Künstler brauchen nicht katholisch zu werden, sie sind es sowieso!“

Mitttelbayerische Zeitung, 18. Februar 2015

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