Vernünftige Weihnachten!

Solche Tage wie Weihnachten können schon lästig fallen. Vor allem, wenn man sie beladen sein lässt mit Erinnerungen und Erwartungen wie eine unter dem Schnee ächzende Tanne im Weihnachtswald.

Meine Reise nach Indien, die nun zu Ende geht, lässt mich aus einem Land kommen, in dem solche Erwartungen nicht die Stimmungen beherrschen. Und 30 Grad im Schatten tun das Ihrige dazu, die Erwartungslast abzuschmelzen.

Die Weihnacht ist die Feier der gesegneten Nacht, in der Christen feiern, dass die Nacht des Lebens, das Leid, das Unlösbare, das Unabwendbare, von Gott ganz und gar angenommen wird durch die Menschwerdung des Ewigen Sohnes, gesandt vom Vater, in der Kraft der unverbrüchlichen Verbundenheit im Heiligen Geist.

Das ist für mich die tiefe Freude, die mich davon befreit, beten zu müssen: Sie führt mich zu einer fröhlichen Freude über die nicht enden wollende Verbindungskraft, mit der Gott sich mir entgegenströmt und dem ich mit ganzem Herzen antworte, wie und wann er will.

Also bitte: Den Himmel in sich einkehren lassen und die Freude aufkommen lassen, wenn sie denn kommt. Oder sich einfach im Leben mitnehmen lassen, in langweilige Stunden, unerfüllte Familienzusammenkünfte, neue Fragen … das alles ist Betlehem. Ohne Emotion. Ohne Aufwallung. Einfach friedliche Wahrheit, dass Gott darin einkehrt, um es zum Guten zu führen.

Weihnachten ohne gläubige Verstandesanstrengung verkommt zu einer stressigen Gefühlsduselei oder noch schlimmer: Einer stressigen Erweckungsarbeit für Dinge, die uns daran hindern, vor Gott reife Erwachsene zu sein.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine von der Vernunft erleuchtete und gotterfüllte Feier von Weihnachten bis in Neue Jahr hinein.

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