Wahlverweigerung ist Demokratieverweigerung

Wahlverweigerung ist Demokratieverweigerung

Wenn ich am 18. September aus dem Urlaub heimkehre, wird die letzte Woche vor der Bundestagswahl beginnen. Schon länger bin ich für die Wahlpflicht, die dem Bürger und der Bürgerin den Weg ins Wahllokal abverlangt. Wer von den Segnungen der hiesigen Gesellschaft lebt, der hat sich zumindest zum Wahllokal zu bewegen oder per Briefwahl seine Stimme abzugeben. Wenn er sie ungültig macht, soll mir das recht sein. Aber gar nichts tun – das geht gar nicht.

Wahlverweigerung ist Demokratieverweigerung. Die Demokratie braucht jede Stimme. In einem freien Land wie hier, in dem über 20 Millionen Menschen jahrzehntelang keine freie Wahl hatten, sollte das selbstverständlich bewusst sein.

Für die Wahl gilt, was für die Freiheit gilt: Wer sie verachtet, verachtet einen wichtigen Aspekt seiner Personenwürde: Gemeinschaft aktiv mitzutragen. Wo Gemeinschaft noch wirklich demokratisch gestaltet ist, ist Wahlverweigerung Demokratieverweigerung. Und die Verweigerung, seine Freiheit mit ihren Rechten und Pflichten (!) zu genießen.

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