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…die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche,… Credo
„Ich glaube … die eine, heilige katholische Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen …“ heißt es im Großen Glaubensbekenntnis, dem Einigungsdokument der Christenheit, das seit dem 4. Jahrhundert gilt.
Ein Missverständnis macht es vielen schwer, das einfach so zu sprechen. Das Glauben an Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist scheint hier auf einer Stufe zu stehen mit dem Glauben an die Kirche. Und wem dann vor allem die verfasste römisch-katholische Kirche vor Augen steht, kann dann ganz irre werden.
Um es klar zu sagen: Wir glauben nicht an eine Institution. So sehr in den Medien die Kirche Vereinigungen und Vereinen gleichgesetzt wird: Wir sind als Katholiken nicht Angehörige einer Körperschaft, die staatlichen Maßstäben in allem genügen kann. Um es deutlich zu sagen: Niemand kann aus dem austreten, was im Glaubensbekenntnis gemeint ist. Durch die Taufe ist er ein für allemal schon hineingenommen, was alle noch erwartet: Die Gemeinschaft der Heiligen, zumindest anfanghaft. Ich bin sehr froh, dass ich die orthodoxe Theologie kennen gelernt habe, die das viel deutlicher ausspricht als die römische Kirche, die sich in den Kategorien von Recht und Gesetz an der Bewahrung des Herrenwortes, wir sollten eins sein, herangemacht hat.
Mir ist deshalb lieb, im Glaubensbekenntnis über die Kirche in der überlieferten Weise ein Glaubenswort zu sagen. Mein Bekenntnis folgt nämlich dem Wort über den dreifaltigen Gott. Um den geht es in einer Weise, die der eigentliche Grund ist für viele, dem Bekenntnis zur Kirche nicht zu folgen. Es geht um die leichte wie schwere Wahrheit, dass Gott nicht fern ist. Positiv gesprochen: Dass er nah ist. Näher. Am nächsten: Nämlich wesenhaft in der Welt. Und dies in der Weise, wie die Welt wesenhaft beim Vater ist und schon im Grund erlöst ist, wenn auch noch nicht ganz. Die „eine, heilige katholische Kirche“ zu bekennen ist deshalb sehr wohl ein Glaubensakt: Es geht darum, die Welt als wesentlich zu Gott gehörig zu qualifizieren, weil der Sohn beim Vater ist als einer, der ganz in der Welt war, und Gott als wesentlich zur Welt gehörig zu qualifizieren, weil der Sohn in der Welt ist durch den Heiligen Geist. Die Folge: Die Eine Katholische Kirche.
Leider haben die liturgischen Bücher der evangelischen Ge-meinschaften das Wort „katholische“ aus dem alten Einigungstext ersetzt durch „christliche“. Die Änderung des alten Einigungstextes kommt nicht von ungefähr. Hier liegt der Knackpunkt im ökumenischen Gespräch. Als Katholik bin ich davon überzeugt, dass Jesus nicht einen Vorsitzenden oder eine Vorsitzende eines Weltanschauungs-vereins wollte. Wie er seine Gemeinden heiligt, so heiligt er auch jene, die sie führen. Von Anfang an hat sich die Gemeinschaft der Glaubenden in der heiligen Gemeinschaft ihrer Vorsteher aufgehoben gewusst. So fehlerhaft die auch sein mögen: Jesus will unter uns sein, gebunden an die Seinen.
Dass eine sichtbare Gemeinschaft von Jesus geschaffen und in seiner Wahrheit erhalten wird, setzt voraus: Das Heilige ist dem Weltlichen aufs Engste verbunden. Jesus gibt seinen Gläubigen eine Struktur, die dauerhaft vereint. Und verpflichtet. Er ist so sehr daran interessiert, dass er selbst in der Eucharistiefeier allen, die sich zu Seiner Struktur hinzuzählen, das Brot bricht und dauerhaft gegenwärtig werden lässt, was er am Kreuz für die Menschheit tat. Logische Konsequenz: Wer nicht zu dieser sichtbaren Struktur zählen will, möge ihm außerhalb auf der Spur bleiben und dort nach eigenem Sinn sein Brot essen. Bis der Geist die eine Struktur schafft, die dem Willen des Einen Herrn entspricht.
Ihr Bruder Paulus