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Mittel.Punkt September

… vor allem zum Aufbau der Gemeinde …
1 Kor 14,12



Nach den Werten, die ich in der letzten Ausgabe aus der Sicht der Trendforscher wiedergegeben habe, möchte ich heute den Bischof von Bozen-Brixen, Karl Golser, zu Wort kommen lassen. Er gibt im Pressebereich der Homepage seines Bistums Journalisten „Leitlinien für guten Journalismus“ an die Hand, die das journalistische Ethos wiedergeben: 1. Zivilcourage

Um der verbreiteten Passivität des Medienkonsumenten entgegenzuwirken … braucht der Journalist den Mut, auch gegen die öffentliche Meinung der Mehrheit der Bevölkerung zu schreiben.

2. Orientierung geben

… Der Journalist sollte sich deshalb bemühen …, Hintergrundinformationen zu geben und Querverbindungen aufzuzeigen. Die Qualität der Nachricht hat so Vorrang vor der bloßen Quantität der Nachrichten.

3. Kontinuität

Die Tendenz, bloß brandneue und sensationelle Nachrichten zu bringen, erzeugt beim Konsumenten die verzerrte Auffassung von Diskontinuität in der Gesellschaft, … Das kann Angst und Unsicherheit erzeugen. Der Journalist wird sich deshalb bemühen, auch aufzuzeigen, was trotz allem bleibt, er wird auch langfristige Entwicklungen beschreiben.

4. Im Dienste eines Grundkonsenses

Wenn nur von Konflikten und von Streit berichtet wird, kann der Eindruck entstehen, als ob nun alles zur Diskussion stehe … Es wird deshalb nötig sein, von Zeit zu Zeit auch auf den Grundkonsens hinzuweisen, der in Bezug auf so viel Werte in unserer Gesellschaft vorhanden ist.

5. Die gute Nachricht

Angesichts des ungeschriebenen Gesetzes, dass vor allem schlechte Nachrichten die Menschen interessieren …, entsteht … die Meinung, es gehe nur mehr abwärts in unserer Welt. Es kann sich Resignation oder sogar Depression einstellen. Der verantwortliche Journalist wird sich deshalb bemühen, immer wieder auf das hinzuweisen, was trotz allem in unserem Leben gelingt, auf die vielen positiven Dinge, die keineswegs Selbstverständlichkeiten sind.

6. Aufbauende Kritik

Der Journalist hat … immer wieder Kritik zu üben. Trotzdem wird (er) … darauf hin(zu)weisen, dass es … zahlreiche Menschen gibt, die jeden Tag ihre Pflicht erfüllen … Werthaltungen und auch das Interesse für den Einsatz werden nur geweckt durch entsprechende Vorbilder.

7. Respekt vor der Freiheit

… Unser Zusammenleben basiert … zuerst auf dem Respekt vor der Freiheit und dem Gewissen der Mitmenschen. Der Journalist muss (sich) bei den Möglichkeiten der Manipulation, die ihm in die Hand gegeben sind, dies immer wieder in Erinnerung rufen.

8. Subjektivität und Objektivität

Gewisse Medien treten mit dem Anspruch des nur objektiven Berichts auf. Der Journalist sollte demgegenüber auch herausstellen, dass sein Zugang zu den Fakten immer ein subjektiver ist … und (er) so immer auch wieder der Korrektur unterworfen bleibt. Eine solche Haltung würde langfristig dem Prestige des Journalisten nur dienen.

9. Verantwortlichkeit

Jede vermittelte Nachricht hat auch ihre Auswirkungen. … der Journalist (wird) sorgfältig abwägen, welchem Wert, dem der freien Information bzw. dem der Vermeidung sozialen Schadens, er den Vorrang einräumt.

10. Respekt vor der Intimsphäre

Es besteht teilweise sogar ein krankhaftes Interesse der Leser an Enthüllungsgeschichten … (Wer) … in den Besitz dieser Informationen kommt, sollte folgende Regeln beachten: „Der Schutz der Privatsphäre des Bürgers hat Vorrang vor dem Informationsbedürfnis. Das Gemeinwohl hat Vorrang, soweit zu seinem Schutz die Offenlegung eines ,Geheimnisses’ aus dem Privatleben wirklich nötig ist.“ Nutzen wir unser Netzwerk im Verband, in diesem Ethos stark zu bleiben.

Ihr Br. Paulus Terwitte

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