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09. September 2009 Medienempfang Erzbistum Hamburg

Internet kein Ersatz für Kirchengemeinde

Hamburg. Der aus Stadtlohn (Kreis Borken) stammende Kapuzinermönch und TV-Moderator Paulus Terwitte hat vor überzogenen Erwartungen an neue Formen der Seelsorge im Internet gewarnt.
"Ich habe schon oft mit Leuten im Chat gebetet", sagte der Fernseh-Moderator am Mittwochabend (09.09.2009) in Hamburg. "Das waren gültige, echte Gebete, aber die personale Begegnung wird das nie und nimmer ersetzen." Terwitte äußerte sich bei einem Medienempfang des Erzbistums Hamburg.

Glaubwürdige Zeugen im Internet

Die anonyme Welt des Internet mit seinem Meer an Möglichkeiten brauche Zeugen, die auf seine Glaubwürdigkeit achteten, betonte der Ordensmann. "Das ist die Rolle der Kirche, aber Gemeinde im Internet halte ich nicht für sinnvoll", sagte Bruder Paulus, der selbst seit Jahren das Medium zur Verkündigung nutzt.

Zudem verwies der Kapuziner auf rund vier Millionen Analphabeten in Deutschland, die nichts vom Internet hätten. "Das Prekariat geht nicht online." Die Kirche müsse aber an der Seite der Benachteiligten sein und dürfe diese über der Begeisterung für das neue Medium nicht vergessen. "Wir müssen aufpassen, dass wir bei all unseren schön relaunchten Internetauftritten auch etwas dahinter haben und nicht nur eine Show abziehen", mahnte Bruder Paulus.

"Es zählen nur noch Clicks, Quoten und Abdrucke"

Scharf kritisierte der Kapuziner die aktuelle Entwicklung im Medienbereich. "Wir lebten in einer Mathematisierung der Ökonomie, jetzt kommt eine Mathematisierung der Medienlandschaft: Es zählen nur noch Clicks, Quoten und Abdrucke." Ebenso absurd sei es, wenn eine Lokalredaktion an eine Werbeagentur verkauft werde.

Die Gesellschaft müsse gut aufpassen, dass sie nicht die Journalisten als "Bewahrer unserer föderalistischen Grundordnung" in eine Zwangsschraube von Finanzmächten spanne, sagte Bruder Paulus. Dies sei auch eine Nagelprobe für kirchliche Medien. Die Bischöfe müssten den Journalisten den Rücken freihalten, damit sie weiterhin Spürnasen in der Gesellschaft sein könnten, forderte der Ordensmann.

kirchensite.de, 11. September 2009

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