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05. Oktober 2009 - Abt-Herwegen Tagung 2009 in Maria Laach

'Kirche nur bei 1,5 Prozent der Nachrichten und dann meist negativ'

'Katholische Medienmacher sollen das Evangelium verkünden'
 
Das Abt-Herwegen-Institut in Maria Laach beschäftigte sich vergangene Woche mit Gottesdienst und Neue Medien - Dramatischer Zuschauerschwund bei den Gottesdienstübertragungen im ZDF

Abt Benedikt Müntnich von Maria Laach eröffnete vergangene Woche die Jahrestagung des Abt-Herwegen-Instituts und erwähnte den großen Einfluss der Medien auf den heutigen Menschen. Auch wenn mit Sicherheit nicht alles gut sei, müsse die Kirche die Entwicklung „wahrnehmen und damit umgehen. Eine Verweigerung gegenüber den modernen Medien wäre verhängnisvoll. Wer in den Medien nicht vorkommt, existiert nicht,“ betonte Abt Benedikt.

Pater Paulus Terwitte OFMCap, bekannt durch seine Sendungen bei N 24 und Sat. 1, hob hervor, dass sich in Deutschland nur 1,5 Prozent der Nachrichten mit dem Thema Kirche beschäftigen und dann in der Regel negativ. Für die Kirche in den Medien wünscht sich der Fernsehpater mehr Priester, die begeistern können, denn „Authentizität ist das große Pfund, was wir den Leuten geben.

Wir spielen den Leuten nichts vor. Wo Bruder Paulus drauf steht, ist er auch drin.“ Dabei ist sich Bruder Paulus bewusst, dass die Medien nach eigenen Gesetzen funktionieren, die mit Kirche nichts zu tun haben: „Ich werde in die Talkshows nicht eingeladen, weil ich was zu sagen hätte, sondern weil ich eine bunte Kuh bin.“

Ein Erfolgsrezept von Paulus Terwitte ist, dass er sich der Alltagssprache bedient und nicht gleich vom Glauben spricht. Der Kapuzinerpater steht für eine populäre Verkündigung mit weniger Theologie, die aber über die Kirche hinaus einen weiteren Personenkreis erreicht, zumeist Menschen, die im Raum der Kirche keine Hoffnung mehr sehen. Pater Paulus: „Ich bin davon überzeugt, dass Kirche in den Medien präsent sein muss“, und er nennt Gottesdienstübertragungen, Glaubensgespräche oder Exerzitien als mögliche Formen. Über Antenne verbreitete Radio- und Fernsehsendungen sind populär aber teuer, während das Internet von jeder Pfarrei, jedem Kloster als kostengünstiger Kommunikationsweg genutzt werden sollte. Bruder Paulus: „Wir schließen die Kirchen, also müssen wir Fernsehsender eröffnen. Wir dürfen das nicht verpassen, sonst gehen die modernen Medien an der Kirche vorbei.“

Für Liturgiewissenschaftlerin, Prof. Dr. Birgit Jeggle-Merz aus Chur, die im Anschluss sprach, setzt eine Gottesdienstübertragung eine real am Aufzeichnungsort feiernde Gemeinde voraus, denn „Empfänger der medialen Übertragung nehmen nur indirekt am Geschehen teil. Mitfeier erfordert die leibliche Präsenz.“

Einige Theologen wie Karl Rahner, Romano Guardini oder Josef Pieper befürchteten in den 50er Jahren durch die Gottesdienstübertragung eine Profanierung des Heiligen, während andere Übertragungen aus pastoralen Gründen forderten. Über diese Diskussion sei man bis heute nicht hinausgekommen, so die Referentin. Prof. Dr. Birgit Jeggle-Merz: „Wir haben eine Praxis der Gottesdienstübertragung, doch die theologischen Fragen sind nicht geklärt.“

Referent Ulrich Fischer, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für das ZDF und Leiter der Arbeitsstelle Katholische Fernseharbeit der Deutschen Bischofskonferenz, stellte zudem einen dramatischen Zuschauerschwund bei den Gottesdienstübertragungen im ZDF fest: Folgten vor zwei Jahren noch eine Million Zuschauer dem Gottesdienst, sind es heute nur noch 800.000. „Die Zuschauer sind uns weggestorben“, analysierte der Fernsehmacher die Entwicklung. Auch die Verweildauer ist mit 22 Minuten eher gering. Eine Amerikanisierung sieht Fischer in Zukunft auf Deutschland zukommen: Während Messfeiern im Internet übertragen werden, werde das Fernsehen religiöse Events senden, etwa Fernsehpredigten, wie wir sie aus Amerika kennen.

5. Oktober 2009, kath.net

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