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Sie befinden sich hier: Medien Medienresonanz 26. März 2009, Münsterländische Volkszeitung - Lebe deine Konflikte!

26. März 2009, Münsterländische Volkszeitung


Münster - Wenn sich ein Ordensmann mit Vornamen Bernhard bei seiner Profess ganz bewusst den Ordensnamen „Paulus“ gibt, darf man Begeisterung für den Völkerapostel unterstellen. Die noch gesteigert wird, wenn er in einem Paulusdom, dem einzigen in Deutschland, über den heiligen Paulus sprechen kann. Kapuzinerbruder Paulus Terwitte (49), dem gebürtigen Stadtlohner, war diese Predigerfreude deutlich anzumerken, als er am Mittwochabend rhetorisch beschlagen und formulierungsfreudig in freier Rede den berühmten Galaterbrief des Apostels Paulus kommentierte. Dort lautet die paulinische Verheißung an die getauften „Heidenchristen“: Es gebe nicht mehr Juden und Griechen, Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau: „Denn ihr seid alle Einer in Christus.“ Der vierte Geistliche Themenabend zur Fastenzeit in der münsterischen Kathedrale trug den sprechenden Titel: „Ein ganzer Mann - Paulus und sein Christus“.

Markus Kopf, Oberspielleiter an den Städtischen Bühnen Münster, rezitierte mit großem Nachdruck Teile aus dem Paulusbrief an die Galater. Darin setzt sich Paulus vehement mit Irrlehren auseinander. Etwa der, dass sich getaufte Heiden, wie die Judenchristen, für eine „Vollmitgliedschaft“ beschneiden lassen und das alttestamentliche Gesetz als heilsnotwendig anerkennen müssten. Paulus wird da sehr deutlich: Durch die Taufe gelange man vollgültig in die Kirche. Es sei der christliche Glaube, der das Leben bestimme: in Freiheit, Mündigkeit und Urteilskraft. Wer glaubt, genießt die Freiheit der Kinder Gottes, auf denen auch der Segen Abrahams ruht, lautet die Botschaft des heiligen Paulus. Paulus Terwitte, der seit 2006 ein Kapuzinerkloster bei Darmstadt leitet als neues Zentrum für die Berufungspastoral, setzte sich damit engagiert auseinander: „Die von Gott gestiftete Attraktivität des Humanen, die in Jesus ein konkretes Gesicht bekommen hat, muss nun in uns Christen heute ein Gesicht bekommen“, forderte er. Paulus Botschaft sei: „Lebe deine Konflikte.“ Wer als Mensch reifen wolle, müsse auch Streit bejahen, auch einmal Konflikte in der Kirche ertragen: „Ich wünsche mir für unsere Kirche viel Feuer und weniger windschnittige Anpassung.“

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