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16. März 2009 op online

„Es fängt mit einer riesigen Enttäuschung an“

Hainburg - (paw) Zu einem imaginären Rundgang durch sein Kapuzinerkloster in Dieburg entführte Bruder Paulus Terwitte etwa 200 Zuhörer bei seiner Lesung im Pfarrzentrum St. Wendelinus in Hainstadt.

Mit Passagen aus seinem neuen Buch „Das Leben findet heute statt“ faszinierte Bruder Paulus eineinhalb Stunden lang sein Publikum mit den Schilderungen des Lebens in einem modernen Kloster und mit einem Plädoyer wider unserer modernen Vertröstungsgesellschaft. Der charismatische Streiter für den Glauben, der auf seiner gefragter Gast in Fernsehdiskussionsrunden und Hörfunksendungen ist, las nicht nur einfach vor, sondern würzte die Lesung mit Nebensätzen und Kommentaren. Virtuos beherrschte er seine Körpersprache und die Tonalität seiner Stimme. Bruder Paulus rezitierte, auf einer kleinen Bühne stehend, an einem Bistrotisch. „So können Sie mein Mönchsgewand besser sehen. Viele Veranstalter fragten schon einmal vorab bei der Terminvereinbarung: Kommen Sie auch in Ihrem Fummel?“ Als Kapuziner könne er sich schon mal eine etwas flapsigere Aussprache erlauben. „Damit zeige ich den Menschen, ich stehe mitten im Leben und verkümmere nicht hinter dicken Klostermauern.“ Er wolle mit seinem Buch die Neugierde seiner Mitmenschen wecken. „Folgen Sie mir“, nahm er das Publikum mit zur literarischen Führung durch das Kloster. „Bei einer Führung geht es zu wie im richtigen Leben. Sie dürfen sich erst einmal nicht vorstellen, was sie erwartet. Es kommt anders als man denkt, und es fängt alles mit einer riesigen Enttäuschung an. Es gibt keine große Abtei, hier wohnen auch keine 60 Männer, das Kloster ist auch nicht reich. Die tradierten Vorstellungen über das Klosterleben haben sich in den Köpfen der Menschen eingebettet und die wirkliche Wirklichkeit interessiert eigentlich niemand“, zitiert der Kapuziner aus seinem Buch.

Bruder Paulus, 1959 geboren, trat kurz nach seinem Abitur dem Orden bei. Er studierte Theologie und lernte als katholischer Priester, Seelsorge und Psychotherapie mit sozialem Engagement zu verbinden: „Wir haben Angst im Leben nicht genug zu bekommen. Wer allein lebt, sucht die perfekte Beziehung. Wer einen Partner hat, schielt danach, ob nicht noch was Besseres im Angebot ist. So jedenfalls hörte sich die Antwort des 28-Jährigen an, den ich fragte, warum er denn seine Freundin nicht heirate, mit der er seit acht Jahren zusammenlebte: „Es könnte ja noch was Besseres kommen!“

Arbeiter und Angestellte träumen sich vom Heute in den Urlaub. Dort erst könnte man endlich richtig leben, meinen sie. Und wer ohne Arbeit ist, sucht nicht nur eine Anstellung. Es muss jetzt sofort der Traumjob her. Und der perfekte Chef. Oder man möchte selber endlich einer sein. Und wer es dann irgendwie bis oben hin geschafft hat, findet - wie könnte es anders sein - dass es die da unten viel besser haben. Nur da, wo wir gerade leben, können wir nicht zufrieden sein. Das Gras auf der anderen Seite des Zauns ist immer grüner.“

Die Initiative zur Lesung in Hainstadt hatte Claudia Becker-Klingler, Inhaberin der Bücherstube Klingler. „Dekan Dieter Bockholt konnte sich für die Idee begeistern und verlegte kurzfristig einen geplanten Kommunion-Elternabend, so dass Bruder Paulus heute hier sein kann“, dankte Harald Schick, Vorsitzender des Fördervereins von St. Wendelinus, dem Hausherren Pfarrer Bockholt.

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