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01. November 2008 GKP Mittel.Punkt

Euer Reichtum verfault Jak 5,2

Wie man Geld angemessen verwendet, wird viel diskutiert. Wie es erzeugt wird, gerät aus dem Blick. Das geht nicht. Beides gehört zusammen. Geld ist nicht gleich Geld. Es ist nicht neutral. Es hat mit den Menschen zu tun, die es entstehen oder vergehen lassen.

„Gutes Geld“ hat einen guten Grund: Vertrauen in die Gutheit Gottes. Vertrauen in das Geschenk der Schöpfung. Wir haben nichts davon gemacht. Wir finden den Reichtum vor. Wer das achtet, lässt Geld gerne fließen, damit wir miteinander diese Gaben austauschen können. Das setzt Vertrauen voraus, dass neue Gaben kommen werden. Es ist ein Glaube, dass der Fluss immer fließt. Dass alle die Hand öffnen. Öffnen aber kann nur, wer sich woanders festgemacht hat als in der Welt oder im Geld. Man kann nicht lassen, was einem Halt gibt. Nur wer glaubt, so heißt die Konsequenz, wirtschaftet richtig.

Denn, wenn man sich festmacht in der Welt oder im Geld, ist immer alles zu knapp. Ressourcen, Produktionsmittel, Güter, Erträge, Energie, etc. müssen kontrolliert werden. Geizig oder gierig hält jeder fest oder versucht an Besitz zu kommen. So erscheint es als Gebot der Klugheit, dass alles geregelt werden muss in vorausschauende Haushaltsführung, in der „Ökonomie“. Sie wird zum Selbstzweck und verabsolutiert sich. Sie wird zur absoluten, das heißt losgelösten Herrscherin. Sie bestimmt die Logik. Sie bestimmt, wer gibt und wer nimmt. So hat eine von der „Realwirtschaft“ losgelöste „Finanzwirtschaft“ entstehen können, die nun als einstürzender Himmel die Erde unter sich begräbt. „Wie konnten wir nur auf den schülerhaften Fehler verfallen, diese neue Wirtschaft auf das Denken anzuwenden“, stöhnte der Philologe und Byzantinist Erhart Kästner vor bald einem halben Jahrhundert. Und bereits 1642 ahnte der geniale Blaise Pascal, dass die Menschen sich wohl eines Tages auch in unterschiedliche wirtschaftliche Parteien zerstreiten und sich deswegen die Köpfe einschlagen würden wie weiland bei Roms Wagenrennen.

Nur wenn man das Geld als Ding betrachtet, wie alle Dinge der Schöpfung, kann es wirklich dienen. Das setzt Souveränität dem Gegenstand gegenüber voraus. Es braucht eine Widerstandkraft gegen die Verlockungen des anonymen Geldes, die der Fixierung auf das Geld folgt.

Wie können wir dem entgehen? Bestimmt nicht im Trubel von Versprechungen aller Art für das Diesseits nach Art der mitunter zum Life-style-terror mutierten postmo-dernen Form des Faschismus. Eher schon, wenn wir beherzt den Blick auf unser Ende richten. Denn immer noch führen alle Wege auf Erden zum Tod. So ist das Leben.

„Das letzte Hemd hat keine Taschen“, sagt der Volksmund. Da kann man nur staunen, wie sich dennoch alle darin übertreffen, diese Taschen vollzustopfen. Doch – siehe oben – wer darin sein Heil sucht, zerstört, worauf er setzt: Auf den Geldfluss, an dem alle nur teilhaben, wenn alle teilhaben lassen an dem, was allen gehört. Den Erben fällt dann zu, was im Totenhemd steckt. Sie müssen es zu gutem Geld reifen lassen. „Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen. Was man nicht nutzt, ist eine schwere Last, nur was der Augenblick erschafft, das kann er nützen.“ (Goethe)

So gehen wir mit Geld gut um: Den Augenblick finden, in dem wir es vertrauensvoll anlegen können. Nachhaltigen Nutzen suchen. Gutes Geld schaffen, das dem Lebensfluss von Erzeugen und Verbrauchen dient. Dem letzten Hemd keinen Cent lassen. Gottgebunden loslassen.

Ihr Br. Paulus Terwitte
nach Gedanken aus: www.wirsinddasgeld.de

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