Mittel.Punkt. (Juli/August)
… Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit. 2 Kor 3,17
Am 12./13. Juni 2009 trafen sich in Hamburg Fachleute aus dem klassischen Marketing-Umfeld und Aktive des Web 2.0 zu einem professionellen und persönlichen interdisziplinären Austausch Teilnehmer Cem Basman bloggt die Ergebnisse der Untersuchungen von Trendbüro: Eine Hitparade der Werte. Im deutschsprachigen Web würden Werte in folgender Rangfolge thematisiert:
„1. Freiheit ist der am meisten diskutierte Wert. Die Erweiterung der Freiheit des Einzelnen durch technologische und ökonomische Möglichkeiten wird geschätzt. Gleichzeitig wird die Notwendigkeit verbindlicher Regeln erkannt, diese aber trotzdem kritisch diskutiert.
2. Erfolg bedeutet für den User ökonomischen Erfolg. Singuläre Erfolgsrezepte gelten nicht mehr. Trotzdem oder gerade deshalb versuchen sich User in der Identifikation von Erfolgskriterien.
3. Familie stellt sich als Sehnsuchtsfeld der Geborgenheit und Kontinuität dar, das in der Lebenspraxis aber primär Schauplatz von Sorgen, Pflichten und Statuskämpfen wird.
4. Gesundheit wird zur Grundlage eines erfolgreichen Lebensstils in der Leistungsgesellschaft. Die Notwendigkeit der Selbstoptimierung wird bereits für Kinder und Jugendliche erkannt.
5. Sicherheit rangiert auf dem gleichen Platz wie Gesundheit. Der Widerspruch zu Freiheit bestimmt die Diskussion. Die Unmöglichkeit von Sicherheit führt zu einem Bedeutungszuwachs von Vertrauen. Wer behauptet, Sicherheit herstellen zu können, dem wird misstraut.
6. Natur gilt als Ideal des Wahren, Richtigen und Guten. Der Glaube an die Natur gibt Orientierung in einer säkularen Welt.
7. Einfachheit bleibt angesichts komplexer Strukturen eine unerfüllbare Sehnsucht. Nur Technik und Design können – im Gegensatz zu Politik und Wirtschaft – dem User Einfachheit und damit das Gefühl von Kontrolle erfolgreich anbieten.
8. Anerkennung etabliert sich online als alternative Währung. Sie bestätigt dem Einzelnen, das Richtige zu tun, und ihn damit in seiner Identität. Hingegen gelten offline Beruf, Einkommen und Bildung als entscheidende Grundlage für die soziale Anerkennung.
9. Gerechtigkeit verspricht als das Schlagwort „Soziale Gerechtigkeit“ den Ausgleich zwischen Arm und Reich, der angesichts einer schrumpfenden Mittelschicht immer wichtiger erscheint.
10. Gemeinschaft und Verbindlichkeit werden positiv bewertet, die notwendige Selbstverpflichtung möchte aber nicht mehr aufgebracht werden. Das Konzept des Netzwerks hingegen erlaubt Usern, sich verbunden zu fühlen, ohne gebunden zu sein.
11. Authentizität wird von Usern nicht diskutiert, sondern praktiziert. Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit werden gefordert und geschätzt – sei es in der Medienberichterstattung oder künstlerischen Leistungen wie Film, Musik und Graphik.
12. Selbstverwirklichung ist in unserer individualistischen Gesellschaft ein Grundbestreben, das nur noch dann diskutiert wird, wenn sie nicht befriedigend oder auf Kosten anderer umgesetzt werden kann.“
Zunächst hatte ich „Gott“ oder „Religion“ vermisst. Dann fielen mir viele Zeugnisse von Christen ein, die manchen dieser Werte allerdings anders füllen. Ich möchte Ihnen gern die Frage mit in den Urlaub geben, wie Sie die aufgeführten Werte füllen. Für einen lauen Sommerabend gäbe es reichlich Gesprächsstoff, wenn Sie eine Kopie dieser Hitparade in der Tischrunde verteilen und jeder sie nach eigener Rangfolge nummeriert. Wir brauchen auch unter uns in der GKP solche Verständigungen. Sie weiten und vertiefen unser Engagement.