Das Portal zum Menschen Bruder Paulus
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Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. Joh 6,35

Wohl selten waren Menschen anonymer im Miteinander als im sogenannten Kommunikationszeitalter. Der mittelbare Kontakt per Telefon, Handy, Email, Twitter, Facebook, StudiVZ wie die ganzen Kommunikationsplattformen alle heißen, hat uns die Augen für die sich wandelnden Wahrnehmungsformen von Nähe und Ferne geöffnet. Man spricht schon von der elektromagnetischen Nähe in der Telekommunikation. Das damit verbundene Lebensgefühl und Weltverständnis sind etwas so grundlegend Neues, dass wir keine rechten Begriffe mehr haben von dem, was wir als Nähe und Ferne, als Hier und Dort bezeichnen.

Paul Virilio hat in seiner Medientheorie davon gesprochen, dass in unserem Kommunikationszeitalter das Bewusstsein für den Raum verlorengeht. Immer mehr hätten das Gefühl, eingesperrt und eingeschlossen zu sein, da einen einfach zu viel „umgibt.“ Er nennt das die "mentale Verseuchung" durch Auflösung von Distanzen. Es wird so viel erzählt und gezeigt, dass man nur noch mit der Verarbeitung der Zeichenwelt beschäftigt ist und einem der Zugang zu dem, was einem die Zeichen eigentlich zugänglich machen wollen, verwehrt bleibt. Die Folge ist eine schleichende Sprachlosigkeit, da jeder damit „fertig“ werden will, was alles an ihn heran brandet. Sein Vermögen schwindet, mit der Wirklichkeit selber oder gar mit den Mitmenschen direkt im Kontakt zu sein, ganz nach dem Motto: Ich hatte dir doch eine SMS geschickt.

Im Zeitalter der „breaking news“ werden wir von Brandherd zu Brandherd geschleppt mit unserer Aufmerksamkeit. Wohl noch nie waren wir so informiert über Entwicklungen in der Welt. Die Kehrseite ist, dass wir abstumpfen. Wir gewöhnen uns immer schneller an Grausamkeiten, an tödliche Konflikte, Katastrophen und zutiefst befremdliche und erschütternde Ereignisse. Die Aneinanderreihung von Stichworten wie Erfurt, Insel Djerba oder World Trade Center, Gaza und Ruanda versetzt uns in Angst und Schrecken, weil wir unmittelbar spüren, dass uns das Leid dort oder an weiteren Orten Asiens, Afrikas und Lateinamerikas restlos überfordert. Wir können es weder recht begreifen, und schon gar nicht können wir uns angemessen da hinein fühlen. Wir haben, wenn wir uns mittels der modernen Technik wirklich öffnen für die Welt, in der wir leben, ständig ein schlechtes Gewissen und müssen schon deswegen immer öfter „abschalten.“

Die Versuchung, sich aus einer verbindlichen Struktur von Gemeinschaft mit den Menschen zu verabschieden, taucht auch angesichts der Schwierigkeit auf, die großen Prozesse etwa der Globalisierung einerseits theoretisch begreifen und ihre Auswirkungen andererseits praktisch im Alltag erfahren zu sollen, um dann auch noch dagegen etwas unternehmen oder darauf zumindest gestaltend einwirken zu sollen. Wir sitzen aber mit im Boot und betreiben, was wir eigentlich hinterfragen sollten und vielleicht sogar wollten. Wir sind per Handy, Blackberry und digitalen Fernsehkanälen für alle Kommunikationskanäle offen und lassen uns den Einheitssound der Videoclips gefallen. Aber warum eigentlich? Haben wir wirklich unsere Gründe, oder wollen wir nur an dem unbestimmten globalen Weltgefühl teilnehmen, an alles angeschlossen zu sein? Hier schließt sich dann der Kreis. All die Kommunikationsmittel sollen ein unendliches Einsamkeitsgefühl überwinden, das sich durch sie erst epidemisch verbreitet hat.

Angesichts dieser Entfremdung ist die Einladung zur heiligen Kommunion, deren Ursprung wir an Fronleichnam begehen, DIE persönliche Kommunikationseinladung schlechthin. Mögen Sie darin nachhaltig Sättigung und Gemeinschaft im göttlichen Maß erfahren.

Ihr Br. Paulus

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