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Mittel.Punkt. April

Von der ganzen Fülle Gottes erfüllt. Eph 3,19

Der Gesellschaft gehen die Christen aus. Aber nicht nur das. Es gehen ihr auch die Politiker aus. Die Wähler. Und – kaum zu glauben angesichts der Arbeitslosigkeit - bald auch Ingenieure, Ärzte usw.

Die Nachwuchsprobleme liegen auf der Hand. Die hessischen Finanzbehörden erhielten kürzlich einen Brief aus dem Ministerium, in dem die Mitarbeitenden gebeten wurden, sich doch bitte mal in ihrem Umfeld umsehen. Man habe nicht genug Bewerber für den gehobenen Dienst.

Kein Wunder, dass die Personal- Agenturen seit etwa zwei Jahren wieder volle Auftragsbücher haben. Das Recruiting, wie es neudeutsch heißt, gehört zum festen Ausgabeposten eines Unternehmens. Es ist längst nicht mehr selbstverständlich, dass sich junge Leute um eine Stelle reißen. Ganz davon abgesehen, wie es diesen jungen Menschen geht und was sie wollen: Es ist eine Tatsache, die mittlerweile durch die Schließung von Kindergärten, Grundschulen und dann auch weiterführenden Schulen augenfällig wird: Es gibt tatsächlich immer weniger Kinder. Und wenn es welche gibt, sind sie von immer älteren Eltern. Sollte sich der Trend fortsetzen, sterben auch die Großeltern aus: Jedenfalls werden immer weniger Omas und Opas ihre Enkel heranwachsen sehen.

Nun wirkt es sicherlich merkwürdig, dass gerade ich diese Entwicklung beklage. Schließlich habe ich mich selber dazu entschlossen, keinen Nachwuchs in die Welt zu setzen. Dafür führe ich sogar noch religiöse Motive an: Tatsächlich begründen wir Ordensleute unsere Lebensweise mit der Behauptung, dass Gott selber Menschen dazu auswähle, auf diese Weise zu leben. Ausgerechnet der, der uns gesagt hat „Seid fruchtbar und mehret euch!“ begabt einige Gläubige damit, dies nicht zu tun. Als Signal für ihn. Als Signal für ihn als Schöpfer des Lebens. Das ist für viele Zeitgenossen kaum nachzuvollziehen. Auch innerkirchlich stößt man auf Unverständnis.

Wenn man davon redet, dass Jesus selber Menschen zu dieser Art Leben beruft, stimmt dies längst nicht mehr mit jedermanns Jesus-Bild überein. Ich erlebe eher, dass mir bedeutet wird, es sei mein „Problem“, wenn ich so leben wolle. Als sei es das „Problem“ der Verheirateten, in der Ehe zu leben oder auch, darin Nachkommen zu empfangen. Oder auch nicht. Aber so darf man das meiner Meinung nach nicht sehen. Mann und Frau haben sich schließlich nicht füreinander geschaffen, sondern sind von Gott füreinander geschaffen worden. Aus seiner Fülle sind die Liebenden einander zugetan. Vor ihrer Wahl liegt die Wahl Gottes.

Leider wird im Alltag oft vergessen, dass da Gott es ist, der kreiert, schafft und ins Leben ruft, einer, der über alle Wechselfälle des Lebens erhaben ist. Viele machen sich nicht klar, dass aus eben dieser Fülle auch Menschen geschaffen werden, denen „Gott allein genügt“ und die dieser Haltung auch leiblich Ausdruck verleihen können.

Ich möchte Sie bitten, am Welt der Geistlichen Berufe (4. Ostersonntag) um Geistliche Berufungen zu beten. Junge Menschen brauchen Zeugen, die ihnen von der Fülle, die geschenkt wird, erzählen. So werden sie mutiger, sich auf Ehe und Nachkommenschaft einzulassen. Oder selber ein solcher Zeuge zu werden.

Ihr Br. Paulus Terwitte

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