Das Portal zum Menschen Bruder Paulus
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01. März 2009 - GKP Mittelpunkt

Um jene Zeit aber wurde der (neue) Weg Anlass zu einem schweren Aufruhr. Apg 19,23

Das lag hinter ihm. In der Synagoge von Ephesus hatte der vormalige Saulus fast drei Monate lang unbehelligt gepredigt. Doch dann traten hartnäckige Störer auf. Der nunmehrige Apostel fackelte nicht lange. Er wechselte mit seinen Jüngern das Lokal. Im Lehrsaal des Tyrannus brachte er dann zwei Jahre lang „allen Bewohnern der Provinz Asien, Juden wie Griechen, das Wort des Herrn“ (Apg 19.10) zu Gehör. Sein Wirken beeindruckte. Vielleicht muss man sogar an hysterische Reaktionen einschlägiger Rockkonzertbesucher denken: „Sogar seine Schweiß- und Taschentücher nahm man ihm vom Körper weg und legte sie den Kranken auf; da wichen die Krankheiten, und die bösen Geister fuhren aus. Auch einige der umherziehenden jüdischen Beschwörer versuchten, den Namen Jesu, des Herrn, über den von bösen Geistern Besessenen anzurufen, indem sie sagten: „Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus verkündet.“ (Apg 19,12f.)

Nach diesen aufwühlenden Erfahrungen plante er seinen Aufbruch nach Mazedonien. Aber noch bevor er abreiste, kam es zum Aufstand der Silberschmiede. Sie fürchteten, der Absatz ihrer silbernen kleinen Artemis-Statuen könnte einbrechen. Allein der Stadtschreiber konnte die Aufständischen wieder zur Ruhe bringen. Darauf reiste Paulus gleich ab.

Soweit im Paulusjahr der Blick auf den Völkerapostel. Mich beschäftigt die Frage, dass wir mit unserem Christsein heute eine solche Art Aufruhr oder einen anderer Art nicht hervorrufen. Noch mehr beschäftigt mich die Frage, ob wir dergleichen eigentlich hervorrufen wollen. Unsere Vorstellungen von einem gelungenen Christsein haben sich arg im Wellness-Bereich angesiedelt. Die Buchhandlungen sind voll von frommen Büchern, die erläutern, dass Christsein gut tut. Einem selbst. Wenn das Paulus-Jahr, das Papst Benedikt XVI. für 2009 ausgerufen hat, mir ein Frage stellt, dann diese: Was hat diesen Apostel bewegt? Und darf mich das ebenso bewegen?

Für einen katholischen Verband darf man annehmen, dass das innere Feuer, das in Paulus loderte, auch uns mit Energie versorgt. Doch wohin treibt es uns? Wie entnehmen wir ihm Energie für unseren publizistischen Dienst? Über diese Frage lohnt es sich nachzudenken. Tunlichst mit anderen.

Doch genau damit tun wir uns schwer. Wir bringen die Kommunikation über unser geistliches Leben nur schwer in Gang. Das Evangelium ist aber keine Privatsache. Es fordert von uns die ehrliche Bemühung, kommunikative Menschen zu sein – und dies eben nicht immer nur für andere, sondern auch unter uns. Deshalb bin ich schon gespannt auf Ihre Beiträge zur Diskussion über die geistlichen Besinnungstage.

Es geht um nicht weniger als die prophetische Kraft, die Jesus denen schenkt, die an ihn glauben. Es ist eine Energie, die uns anders sehen lässt. Darum sind wir auch andere Publizisten: Wir sind mit Augen, die vom Evangelium erleuchtet sind, für unsere Mitmenschen heute wichtige anders kritische Zeitgenossen.

Ob und wie Sie das erfahren, bringen Geistliche Tage kollegial „unter uns“ ans Licht. Diskret. Geschwisterlich. Aufbauend.

Wir können voneinander viel empfangen. Wenn wir „für euch und für alle“ Zeit und Vertrauen schenken. Manche haben dies schon erfahren. Bleiben wir dran. Oder fürchten wir zu sehr einen Aufruhr?

Ihr Bruder Paulus

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