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März 2008 - mittel.punkt.

Er ist nicht hier. Mt 28,6a

Welchen Weg macht die Religion zur Zeit? Der internationale „Religionsmonitor“ hat unter 21.000 Menschen in 21 Staaten und unter Angehörigen aller Hochreligionen deren Einstellung zur Religion erhoben. Danach entspricht die Haltung der Deutschen einem westeuropäischen Trend: Der Glaube hat weit mehr Einfluss auf den Alltag als gemeinhin angenommen wird.

Deutlich mehr religiöse Menschen als hierzulande finden sich durchschnittlich noch in der Schweiz, in Italien oder Polen. Weniger religiös „Musikalische“ findet man dagegen in Frankreich und Großbritannien.

Ganz anders sieht es in den Vereinigten Staaten von Amerika aus. Dort können 89 Prozent der Befragten als religiös eingestuft werden, unter ihnen sogar 62 Prozent als hochreligiös. Zu den religiösesten Ländern der Welt gehören im Rahmen dieser Erhebung Nigeria, Brasilien, Indien und Marokko. Hier konnte der internationale Teil des sogenannten „Religionsmonitors“ über 96 Prozent Gläubige identifizieren. Und noch ein Detail: Für den westeuropäischen Trend war auffallend, dass die Alten sich mit dem Glauben mindestens ebenso sehr schwer tun wie die Jungen.

Und noch etwas: Unter den Mitgliedern der beiden großen christlichen Kirchen ist jeder Sechste nicht religiös. Aber jeder Dritte unter den konfessionslosen Menschen hält sich für religiös. In der Gesamtbevölkerung Deutschlands haben Religion und Glaube bei jedem fünften Bundesbürger einen enorm hohen Stellenwert: Sie gehören zum eigenen Selbstbewusstsein und beeinflussen die Alltagsgestaltung.

Dr. Martin Rieger, Projektleiter der Bertelsmann Stiftung, in deren Auftrag der Religionsmonitor für Deutschland erstellt wurde, stellt fest: "Wir können ein langfristiges Aussterben der Religion in Deutschland, wie es immer wieder behauptet wird, definitiv nicht bestätigen. Aber ob es umgekehrt auch eine Renaissance des Glaubens, z.B. in der Jugend gibt, können wir ebenfalls nicht sagen. Das wird erst eine Wiederholung des Religionsmonitors zeigen. Fest steht, es gibt eine große Stabilität des religiösen Bewusstseins in breiten Bevölkerungsschichten, das aber sehr vielfältig ist.“

Bei allem, was am recht ungenauen Begriff von Religion oder Glaube in dieser Studie zu kritisieren ist: Mit der schon länger diskutierten Sinus- Milieu-Kirchenstudie hilft sie uns Katholiken, die Wirklichkeit wahr zu nehmen. Es muss doch zu denken geben, dass jeder sechste von „uns“ sich für nichtreligiös hält. Und ich erinnere mich noch gut, wie mich als junger Priester erstaunte, dass laut einer anderen Umfrage jeder fünfte Gottesdienstbesucher angebe, nicht an die Auferstehung Jesu zu glauben.

Mittlerweile habe ich aber herausgefunden, dass ein Reflexionsprozess, der bei Defizit-Erfahrungen einsetzt, nicht fruchten kann. Erfolg war und ist keiner der Namen Gottes (Buber).

Der Religionsmonitor und andere Studien bleiben deshalb für mich Sehhilfen. Und wie schön, wenn uns manches darin, irdisch gesehen, noch hoffen lässt.

Die christliche Reflexion hat jedoch einen anderen Ausgangspunkt. Ihr geht es nicht um Erfolg, Religion und Glaube allgemein. Sie lebt von der Frage nach Gott, nach Jesus, nach einem DU: Wann habe ich den Herrn vor mir gesehen? Lebe ich die Freundschaft heute, die mir anzubieten er nicht aufhört?

Die österliche Botschaft ist wahrhaft anregend: Da, wo du Jesus suchst, da ist er nicht. Er geht dir voraus! heißt es bei Matthäus (vgl. M 28, 6f.).

Ich wünsche Ihnen österliche Augen beim Wahrnehmen der politischen, sozialen und kulturellen Wirklichkeiten. Dem allen voraus geht ER.

Ihr Br. Paulus Terwitte

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