Das Portal zum Menschen Bruder Paulus
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Fingertanz

Der Weg aus dem Kopf ins Herz und von dort in die Finger für Leser, die einem nicht bekannt sind, wird nie ohne Herzklopfen gegangen. Wie werden die Wörter entschlüsselt von den Wärtern der Vernunft und der Gefühle, die sich dem Neuen als sperrig erweisen, dass sie weiten will?

Schreiben und Zeichnen findet sich in den Höhlen erster Kulturen, die sich die Welt ins Haus holen und gleichzeitig ihr Haus in die Welt tragen wollten. Schreiben macht die Hauswelt zum Welthaus und das Welthaus zur Hauswelt.

In den Veröffentlichungen des modernen christliche Magazins LiMa (Liborius-Magazin) finden sich seine Beiträge und er ist zu Gast am Tisch - beim Schlemmeratlas. Als geistlicher Beirat der Gesellschaft katholischer Publizisten schreibt er monatlich ein geistliches Wort an die Mitglieder: mittel.punkt

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Mittel.Punkt März

Publizisten in Gottes Kraft und Weisheit„Darum erweckte der Herr den Geist … und ließ mündlich und schriftlich … verkünden …“ (vgl. 2 Chr 36,19)Vor dem vierten Fastensonntag wird unsere Jahrestagung 2012 in Berlin stattfinden. Nach der Mitgliederversammlung mit der Wahl eines neuen Vorstands werden wir heimfahren und am folgenden Tag im Sonntagsgottesdienst den Text aus dem Buch der Chronik hören. In jenen Tagen begingen alle führenden Männer, Judas und die Priester und das Volk viel Untreue. Sie ahmten die Gräueltaten der Völker nach und entweihten das Haus, das der Herr in Jerusalem zu seinem Heiligtum gemacht hatte. Immer wieder hatte der Herr, der Gott ihrer Väter, sie durch seine Boten gewarnt; denn er hatte Mitleid mit seinem Volk und seiner Wohnung. Sie aber verhöhnten die Boten Gottes, verachteten sein Wort und verspotteten seine Propheten, bis der Zorn des Herrn gegen sein Volk so groß wurde, dass es keine Heilung mehr gab. … Das Land bekam seine Sabbate ersetzt, es lag brach während der ganzen Zeit der Verwüstung, bis siebzig Jahre voll waren. Im ersten Jahr des Königs Kyrus von Persien sollte sich erfüllen, was der Herr durch Jeremia gesprochen hatte. Darum erweckte der Herr den Geist des Königs Kyrus von Persien, und Kyrus ließ in seinem ganzen Reich mündlich und schriftlich den Befehl verkünden: So spricht Kyrus, der König von Persien: Der Herr, der Gott des Himmels, hat mir alle Reiche der Erde verliehen. Er selbst hat mir aufgetragen, ihm in Jerusalem in Juda ein Haus zu bauen. Jeder unter euch, der zu seinem Volk gehört – der Herr, sein Gott, sei mit ihm –, der soll hinaufziehen. (2 Chr 36,14-16. 19-23)

Zum Abschied von meinem Amt als Geistlicher Beirat der GKP lege ich Ihnen und Euch die Betrachtung dieses Textes ans Herz. Im Sturm des Alltags gibt er Kraft zum Standhalten. Wem würde nicht etwas einfallen zu dem gesamten Themenkomplex „Nachahmen der Götter“? Ich denke z.B. an die Macht des Geldes und daran, wie guter Journalismus, eine Kulturaufgabe der Gesellschaft, an die Götzenkräfte des Marktes ausgeliefert wird. 

Doch ist dieser Text kein moralinsaurer. Überhaupt entfaltet die Verkündigung des Glaubens da ihre Stärke, wo sie ein Feuer entfacht und die Größe des Menschen fördert, statt ihm entmündigend vorzuschreiben, was er zu tun hat. Die einfache Botschaft dieses Textes, der uns nach unserer Jahrestagung daheim empfängt: Gott ist zweimal stark. Zum einen: So stark, dass er sich in seiner Größe nicht zu schade ist, Mitleid zu haben. Zum andern: So stark, dass er, da seine Boten verhöhnt werden, zornig wird. So zornig, „dass es keine Heilung mehr gab“, heißt es im Text. Das meint wohl: kein Zurück.

Das sind zwei Seiten der einen göttlichen Kraft: Er kann mitfühlen, ohne darin zu zerfließen. Und er kann einen Schlussstrich ziehen, der nicht mehr aufgehoben werden kann. Er ist für klärende Überraschungen gut. Für schmerzliche Entscheidungen. Für klare Wegweisung. Er hat, ja, er ist Kraft voller Weisheit: nicht menschenlogisch. Er hat Gründe, die der Verstand nicht erfassen kann. Die Demut einfordern.

Lange siebzig Jahre wird es nach dem schmerzlichen Entscheid Gottes kein Aufatmen mehr geben für Israel. Eine heilige Zahl: zig-siebenmal Schweigen. Stille. Einsamkeit. Voller Gotteskraft. Und voller Gottesweisheit. Auch wenn das im Schmerz nicht gleich deutlich wird: Später wird es bei anderen Propheten heißen, Israel habe gelernt, ein demütiger Knecht Gottes zu werden. Es sei darum stark geworden, so stark, dass die Völker Furcht entwickeln vor der Größe dieses Gottes, der die Kleinen groß macht. Und nicht nur vor der Größe Gottes, sondern auch vor dem Volk Gottes selber, so klein es auch blieb unter allen Völkern.Die „Erweckung“ des Kyros, eines Fremden, zum Heilsbringer für Israel hat einen tiefen Bezug zu unserer Aufgabe. Der katholische Publizist, in Jesus Christus verwurzelt und seiner Kirche im Heiligen Geist treu verbunden, brennt darauf, der Welt, von der an diesem Sonntag im Johannesevangelium die Rede ist, mit dem Blick von außen Aufklärung anzubieten, sie sehen und erkennen lehren, was man nur sehen und erkennen kann, wenn man seinen Standpunkt in Gott hat.Ich danke der GKP, jedem einzeln und besonders den Kollegen im Vorstand, für das, was ich lernen und erfahren durfte als Geistlicher Beirat. Als Wanderbrüder bleiben Kapuziner nicht zu lange an einem Ort ... Deshalb kandidiere ich für die nächste Wahlperiode nicht mehr für dieses Amt. Ich wünsche uns Publizierenden allezeit Gottes Kraft und Weisheit.

 

Bruder Paulus Terwitte

 

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