Lieber Bruder Paulus,
es ist ein Glück, dass ich mehr oder weniger zufällig auf ihre Homepage gestossen bin. Mich quälen nämlich seit einiger Zeit zwei Fragen und ich wusste nicht, wem ich diese stellen kann - schön also, dass sie diesen "Dienst" eingerichtet haben :-)
Ich habe vor einigen Monaten mit jemandem darüber gesprochen, dass ich grosse Angst habe, nicht den Weg zu gehen den Gott möchte. Der meinte darauf: "Mit Gott braucht man niemals Angst zu haben". Aber diese Angst enstand aus einem konkreten Problem, das gerade viele Christen nicht verstanden haben.. Die Sache ist die: Mein Onkel hatte sein Leben voll und ganz dem katholischen Glauben gewidmet. Allerdings geschah das auf Kosten seiner Nächsten, d.h. er hat seine Familie vernachlässigt und ihnen nicht die Liebe geben können, die jeder Mensch von seinem Vater und Mann verdient hat.
Ich verstehe nicht: Wie kann es passieren, dass ein Mensch der sich so innig Gott widmet, dennoch einen Weg gehen kann, der sicherlich nicht Gottes Wünschen entspricht?
Die zweite Frage die mich plagt ist folgende: Es heisst immer wieder, dass Gott uns liebt und zwar ausnahmslos alle, auch die, die sich von seinem Weg abgewandt haben. Warum aber gibt es dann in der Bibel Passagen, in denen Gott Menschen sterben lässt weil sie nicht ihm folgen (zB die Ägypter, die ihre Türen nicht mit dem Blut bestrichen hatten)?
Ich habe im katholischen Glauben wirklich vieles gefunden und bin unendlich dankbar, dass mir diese Türen geöffnet wurden- es wäre schön wenn diese "zwei Hindernisse" auch aus dem Weg geräumt werden könnten.
Viele Grüsse
Melanie
Zur Antwort von Br. Paulus