Guten Abend Herr Bruder Paulus Terwitte,
vielen Dank für ihre schnelle Antwort. Ich feue mich immer sehr wenn ich mit Ihnen ein paar Worte wechseln kann. Obwohl ich früher den Kopf viel zu lange in den Sand gesteckt habe und sogar 10 Jahre in Isolation lebte muß ich Heute feststellen das mein Leben jetzt sich total postiv verändert hat. Natürlich gibt es auch immer Hochs und Tiefs im Leben aber ich denke die sind dafür da um es wirklich das Glück wertzuschätzen und anzuerkennen. Ist den nicht das ganze Leben eine Herausforderung irgendwie? Man steht morgens auf und erlebt und fühlt immer wieder andere Sachen. Bestimmte Menschen entfernen sich und neue Menschen kommen hinzu oder man trifft plötzlich eine/n alten Bekannten wieder.
Früher dachte ich mehrmals am Tage "Ich verdammter scheiß Stotterer". Entschuldigung für diese Worte gegenüber einem geistlichen. Aber ich kann es nur so sagen wie ich mich früher eben wirklich fühlte. Als und als gingen die Gedanken wie im Spießroutenlauf. Wenn ich in der Schule mit dem Lesen an die Reihe kommen.... Werden wieder alle Lachen? Werde ich wieder versagen? und vorallem was werden wohl die anderen über mich denken? Zum Glück ist dies nur noch in den Erinnerungen vorhanden und ich bin Heute so selbstbewusst das es mir völlig egal ist ob ich nun stottere oder nicht. Früher machte ich auch Gott selbst für mein leiden verantwortlich. Ein Gott kann doch nicht sowas zulassen waren immer meine Gedanken. Wieso straft er mich obwohl ich nichts getan habe. AberGott hat mich vieleicht dafür auserwählt was ich den Kampf des Stotterns gewinnen soll und danach anderen aktive Helfen geben kann. Denn Preis den ich zahlen mußte war die härteste die ich mir hätte vorstellen können. Ich mußte mich mit meinem Feindbild "Stottern" verbünden in dem ich es vollständig akzektieren mußte und konnte so mein Stottern Heute wunderbar in den Griff bekommen.
Die evangelische Kirchengemeinde aber auch viele einzelne Personen haben mir geholfen mich zu verändern. Während meiner Konformationszeit war der kleine Umbruch obwohl ich die schwierigen Worte mit kapp 14 Jahren kaum verstanden hatte.
Gott sieht alles und weiß alles und vieleicht ist meine Prüfüngsprozess des neuen Arbeitsweges noch nicht beendet? Aber ich vertraue Gott und stelle mich alle aufgeforderten Prüfungen.
Ich sehe Sie sehr gerne im Fernsehen in der kirchenlichen Beiträgen "So gesehen".
nette grüße und viel Gesundheit wünscht Ihnen
Joachim
Ps: Über eine veröffentlichung auf ihrer Webseite würde ich mich sehr freuen, da ich hierdurch wieder andere Menschen mit dem Handicap erreichen kann und Betroffen Mut machen kann.
Ach so meine vollständige Lebensgeschichte finden Sie unter www.stottergemeinschaft.de/MeinLeben.doc
Mein Leben als Stotterer
Zur Antwort von Br. Paulus