Das Portal zum Menschen Bruder Paulus
« März - 2017 »
SMDMDFS
 
01
0203
04
05
060708091011
1213141516
17
18
19
20212223
24
25
26
27282930
31
 
Sie befinden sich hier: Ansprechbar Beichtstuhl Wie geht beichten?

Wie geht beichten?

1. Beichten ist katholisch
2. Beichten ist auch evangelisch
3. Beichten ist himmlisch
4. Beichten ist ganz einfach
5. Beichten ist Nachfolge Jesu
6. Beichten ist Treffpunkt mit Jesus
7. Beichten ist Karphanaum live
8. Beichten ist einfach vorbereitet
9. Beichten ist ein Gebetsvorgang: Der Anfang
10. Beichten ist ein Gebetsvorgang: Dank beichten
11. Beichten ist ein Gebetsvorgang: Sünde beichten
12. Beichten ist ein Gebetsvorgang: Die Lossprechung
13. Beichten ist wie Klavierspielen

1. Beichten ist katholisch
Wer beichten will, hat Jesus im Blick. Er sieht, wie Jesus seine Apostel ausstattete mit der Vollmacht, Sünden zu vergeben. Durch Handauflegung und Gebet haben die Apostel diese Vollmacht weitergegeben. Wer beichtet, sieht im Bischof den von Jesus persönlich Bevollmächtigten. Die Priester haben an dieser Vollmacht Anteil. Sie wurden von einem Bischof durch Handauflegung und Gebet geweiht. Damit sind sie einerseits mit dem Bischof in Gemeinschaft, andererseits aber auch durch den Bischof und (durch das Weihesakrament) in sich selber mit Jesus verbunden. Und das alles natürlich im Dienst der Kirche, d.h. aller Gläubigen, die sich durch die Taufe direkt mit Jesus und untereinander verbunden wissen. Beichten versöhnt deswegen mit Jesus, aber auch mit der Kirche (denn jeder, der sündigt, schädigt ja die Zeugniskraft der Kirche). Der katholische Priester sagt: Ich spreche dich los! und dann ist der Einzelne seine Sünden auch wirklich los.

2. Beichten ist auch evangelisch
Die Beichte in der evangelischen Kirche sieht den Pastor nicht bevollmächtigt, in Jesu Namen ein wirkendes Wort zu sprechen. Am Ende der evangelischen Beichte bittet der Pastor deswegen um Sündenvergebung.

3. Beichten ist himmlisch
Was immer auch einer in der Beichte bekennt: Es ist in den Himmel hineingesagt. Deswegen ist das Beichtgeheimnis auch so dicht: Kein Wort kommt auf die Erde von dem, was einer beichtet. Der Priester darf den Beichtenden auch nach der Beichte nicht darauf ansprechen, was er gebeichtet hat. Wer in den Beichstuhl geht oder ins Beichtzimmer oder sonstwo vor einem Priester seine Sünden bekennt, geht ins direkte Gespräch mit Jesus. Und am Ende geht er da auch wieder raus. Und ist auch draußen. Was er gesagt hat, bleibt für immer "drin".

4. Beichten ist ganz einfach
Man muss weder eine Formel auswendig können noch alle Sünden aufzählen. Man sollte sich nicht wie in der Schule fühlen, wo man was falsch machen kann. Beichten ist etwas Grunderwachsenes: Ich lasse Jesu Blick auf mich ruhen. Und mir fallen alle meine Sünden ein. Und weil niemand alle sagen kann, was er falsch gemacht hat, sollte er wissen: Was ich weiß, das muss ich auch sagen. Aber ich brauche mir keinen Stress zu machen, dass es auch wirklich vollkommen alles

5. Beichten ist Nachfolge Jesu
Jesus hat als erster gebeichtet: Er hat die Last der Sünden der Welt dem Vater im Himmel schonungslos gezeigt. Zwar waren es nicht seine Sünden, aber er geht mit den Sünden der Welt uns zum Vater im Himmel voran. Ihm geht jeder hinterher, der Gott die eigenen Sünden bekennt.

6. Beichten ist Treffpunkt mit Jesus

Jesus ist wie ein Bergführer, der alles selber schon erfahren hat am eigenen Leib, was Sünde sein kann. Und nun ist er der Anwalt derer, die sich ihm anvertrauen und durch ihn sich vollkommen Gott öffnen. Der Priester gibt diesem Glauben ein Gesicht: Wie Jesus ist er ganz menschlich dem Beichtenden nahe.

7. Beichten ist Karphanaum live
Darum geht es bei der Beichte: In diesem kleinen Gottesdienst wird gegenwärtig, was die Menschen damals bei Jesus erfuhren. Er war so rein Mensch, dass einem in der Begegnung mit ihm alle Sünden einfallen - nämlich alles, was man dem eigenen Menschsein, wie Gott es vorgesehen hat, vorenthalten hat.

8 . Beichten ist einfach vorbereitet
Wer zur Beichte geht, nehme sich ein Stück aus dem Evangelium zur Hand. Er stelle sich Jesus vor Augen und lasse sich anschauen. Da wird man von selber anfangen: Im Blick auf dich, Jesus, bin ich ... Oder: Dein Wort an Petrus gilt auch mir, Jesus, weil ich ... Lassen Sie sich vom Priester helfen. Er ist darauf eingestellt.

9. Beichten ist ein Gebetsvorgang: Der Anfang
Sie betreten den Beichtstuhl oder das Beichtzimmer, als gingten Sie in einen kleinen Gottesdienstraum. Stehend oder Kniend beginnen Sie Ihre Beichte mit dem Kreuzzeichen:
Im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des Heiligen Geistes. Amen.
Dann setzen Sie sich im Beichtzimmer oder bleiben knien im Beichtstuhl und stellen sich kurz vor:
Ich bin ... Jahre alt, verheiratet / allein lebend .... und habe vor .... zum letzten Mal gebeichtet

10. Beichten ist ein Gebetsvorgang: Dank beichten
"Gestehen" Sie nun ein, welche Fähigkeiten Gott Ihnen gab:
Ich danke Dir, Vater im Himmel, dass Du mir die Fähigkeit geben hast ...
Schön, dass es mir gelungen ist ...
Für all das danke ich dir.

11. Beichten ist ein Gebetsvorgang: Sünde beichten
Nach dem Dank wird Ihnen fast wie von selber einfallen, wo Sie Ihr Leben einschränken und damit auch andere behindern:
Um so schwerer fällt es mir, hier vor Dir zu gestehen, dass ich mich zuwenig um .... gekümmert hat. Ich behindere mich selber immer wieder damit, dass ich zuviel/zuwenig ... usw. Ich bereue, dass ich ...
Am Ende sagen Sie, was Sie angehen möchten. Nehmen Sie sich nicht zuviel vor:
Ich möchte in den nächsten Wochen besonders daran arbeiten, ...

12. Beichten ist ein Gebetsvorgang: Die Lossprechung
Dann wird der Priester vielleicht den einen oder anderen Punkt kurz aufgreifen und aus seiner Erfahrung mit Gott Ihnen Hinweise geben. Er wird Sie bitten, zum Ausdruck Ihrer Bereitschaft, wirklich neu anfangen zu wollen, nach der Beichte zur Buße ein Gebet zu sprechen.
Dann streckt er die Hand über Sie aus und spricht: Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er Dir Verzeihung und Frieden. Und so spreche ich dich los von deinen Sünden: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Sie machen bei den letzten Worten das Kreuzzeichen und sprechen: Amen.
Dann sagt der Priester: Der Herr hat dir alle deine Sünden vergeben. Geh hin in Frieden. Ihre Antwort lautet: Dank sei Gott dem Herrn
Oder der Priester sagt: Gelobt sei Jesus Christus. Ihre Antwort lautet dann: In Ewigkeit. Amen.
Danach der verlassen Sie den Beichtstuhl bzw. das Beichtzimmer.

13. Beichten ist wie Klavierspielen
Es gibt da viele Variationen, die man erst kennt und genießt, wenn man genug übt. Machen Sie es sich zur Regel, mindestens vor Ostern und Weihnachten zu beichten. Besser noch, Sie gehen alle zwei Monate, da bleibt man in Training.

Wenn Sie weitere Fragen haben: Herzlich willkommen

Letzte Aktualisierungen

*  24.03.2017 06:32 - Startseite
*  13.12.2016 22:15 - Predigten
*  13.12.2016 22:14 - Predigten